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nachlesen, dann sollen sie erfahren, daß unser deutsches Volk nach der bangen Nacht des Weltkrieges in seinem gewaltigen Streben nach Osten einem neuen schaffensfreudigen Morgen entgegenging.
(Duellen: Schneller, Bote aus Zion. vr. Heinrich pudor, Der Landweg nach Indien und die Bagdadbahn; von Rmsterdam nach Basra. Jäckh, Deutsche Orientbücherei; Deutschland im Orient nach dem Balkankrieg. Rohrbach, Um Bagdad und Babylon. Lamprecht, 3ur jüngsten deutschen Vergangenheit, II. Band, 2. Hälfte. Ewald pause, Ruf den Spuren der Bagdadbahn. Reinhold Menz, Deutsche Arbeit in Kleinasien. Sammlung aus Grothe, Land und Leute aus der Türkei. Hennig, Deutsche Bahnbauten in der Türkei.
8. Einzelbilder einer Fahrt auf der anatolischen Eisenbahn.
1. Bild: Fahrt zur Gartenstadt Ismid.
Der verhältnismäßig kleine Flecken Haidar-Pascha mußte Kopfstation der Anatolischen Bahn werden, nicht das bevölkerte, der europäischen Zentrale gegenüberliegende Skutari. Nur durch kostspielige Tunnelbohrungen und durch Nampenbauten am jähen Absturz der Berge hätte die Bahn von dort in die kleinasiatische Landschaft hinausgeführt werden können.
Nähern wir uns dem Stationsbereich, so sehen wir auf den Molen lange Reihen von Güterwagen, von denen mittelst Rinnen das in loser Schüttung verladene Getreide in die Mahones, die flachen länglichen türkischen Boote, hineinfließt. Große Körbe von Zylinderform, gefüllt mit verschiedensten Gemüsearten, der Ernte der Gefilde des Golfes von Ismid und des Sabandjasees türmen sich in den Fahrzeugen. Mächtige Ahornkronen beschatten die Bahnhofsanlagen.
Der Wagen, den wir zu unserer Fahrt ins Innere besteigen, fällt uns durch seine Höhe sowie die leuchtende weiße Oberfläche in die Augen. Lin Doppeldach krönt ihn. Die zwischen dem oberen Lisendach und dem unteren Holzdach frei durchstreichende Luft, die Reflexionskraft, welche die weiße Fläche des Plattdaches gegenüber den Sonnenstrahlen besitzt, hat die wohltuende Wirkung, daß wir unter der schon ansehnlichen Maihitze wenig zu leiden haben, von der Hundstagsschwüle, die im Innern unserer deutschen, von der Sonne durchglühten Waggons zur Sommerzeit erstickend waltet, ist aus der Anatolischen Bahn glücklicherweise nichts zu spüren. In dem geräumigen und bequemen Wagen fühlen wir uns bald heimisch. Die breiten Fenster und die angefügte Plattform versprechen uns freiesten Ausblick in die Landschaft.
Lin paar hohe türkische Würdenträger mit großem männlichen wie weiblichen Gefolge stellen sich als Passagiere ein. wir werfen einen Blick in die Waggons erster Klasse, welche die Anatolische Bahn für ihr vornehmes mohammedanisches Publikum führt: buntgemusterte Tapeten an den Wänden, üppige Diwans an den Längsseiten, auf denen sich mit untergeschlagenen Beinen mit der rechten Muße sitzen läßt.
Den Sitten des Orients hat sich mit Recht die Anatolische Bahn in ihren Einrichtungen soweit als möglich angeschmiegt und durch diese Rücksichtnahme das Wohlwollen aller Mohammedaner — Grundbedingung für Gedeihen des Unternehmens — in kürzester Zeit erworben.
Ebenso ist einer anderen mohammedanischen Gepflogenheit im Betriebe der Anatolischen Bahn Rechnung getragen worden: der Geschlechtertrennung.