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ihren Lebensunterhalt erwerben, von den drei kleinen Mädchen der neunten Klasse der Mädchenschule, die zu Konstantinopel 1898 der deutschen Kaiserin mit einem Gedichtsgruß einen Strauß überreichten, war nur eine in Deutschland selber, in Ostpreußen, geboren. Die zweite war in Madrid geboren und in Sofia aufgewachsen,- die dritte gar hatte im persischen Teheran das Licht der Welt erblickt. Das konnte damals auch die gütige Kaiserin den drei blauäugigen Flachsköpfen nicht ansehen, und sie war daher aufs höchste verwundert, als sie hörte, was für weitgereiste Landsleutchen sie vor sich hatte, von den Vätern jener deutschen Kinder aber gehört wohl die Hälfte zu den Vertretern unseres wirtschaftlichen Lebens, den Kaufleuten. Diese liegen zumeist dem sogenannten Kommissionshandel ob, d. h. sie vermitteln den Bezug von deutschen waren auf Grund von Bestellungen, die nach Besichtigung von Mustern in ihren Geschäftsräumen aufgegeben worden sind. Daher verkauft ein solcher Handeltreibender für Geschäftshäuser in der Heimat ebensogut und gern Lokomotiven und Gewehre wie Strümpfe und Spielwaren. Einzelne große Geschäftshäuser haben sich auch die Ausfuhr von Erzeugnissen des Drients nach Deutschland zur Aufgabe gemacht und verfrachten darum nach Hamburg mit Hilfe der Deutschen Levantelinie das kostbare Rosenöl von den bulgarischen Abhängen des Balkan am Schipkapaß, Opium, orientalische Teppiche, Getreide und Tragant aus Kleinasien, Baumwolle aus Ägypten, Korinthen und weine aus Griechenland, Mineralien, z. V. Mergel und Meerschaum, aus Kleinasien und von den griechischen Inseln des Archipels. Neben den Kaufleuten bilden die Hauptmasse der in der Levante lebenden Deutschen die Handwerker und die Männer des Gelehrtenstandes. Unter den ersteren finden wir Messerschmiede, Maurer und Töpfer, Tischler und Gärtner. Sultan Abdul Hamid H. hatte über seine zauberhaften Gartenanlagen in dem von ihm geschaffenen Schlosse Iildis, was Stern bedeutet, drei deutsche Gärtner gesetzt.
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Nach Schwatlo in Rorodi, Lesebuch für höhere Mädchenschulen.
6. Die deutsche Schule in Uonstantinopel.
wir wollen nach links in die schmale Ouerstraße einbiegen, die zum Bosporus hinabführt und zwischen hohen Häusern einen schmalen Ausschnitt der tiefblauen Meerenge und der asiatischen Uferberge zeigt, wenn wir diesem Wege ein paar hundert Schritte folgen, haben wir den Eingang zu der Deutschen Gberrealschule erreicht, deren stattlicher Bau rechtwinklig zu unserer Straße unterhalb des Klosters der Tanzenden Derwische am Berghang errichtet worden ist.
Das weiße, im hellen Sonnenlicht das Auge blendende Gebäude mit zierlichem Kuppelturm, an das sich rechts, nicht zum Besten des baulichen Gesamt- eindrucks, noch ein vielstöckiger, ungegliederter Anbau lehnt, ist die wahre Hochburg des Deutschtums in Konstantinopel. vor einem Jahrzehnt fehlte noch jener Anbau. Damals war die Anstalt eine einfache Realschule, wären wir noch ein Jahrzehnt früher in pera auf die Suche nach der Deutschen Schule gegangen, so hätten wir nur eine schlichte Bürgerschule gefunden, die in einem Hause dicht am Galataturm untergebracht war.
Manche Landsleute in pera meinen allerdings, man habe sich mit dem Ausbau der Schule überstürzt, auch die Realschule habe den Anforderungen,