Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1916) Österreich-Ungarn, Balkan, Orient
Entstehung
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Provinz. Im Norden und im Süden, namentlich in der Neu-Dobrudscha, gibt es ausgedehnte Eichen-, Linden-, Ahorn- und Eschenwälder. Der sogenannte Deliorman (tatarisch der verrückte Wald) in der neu erworbenen bulgarischen Dobrudscha hat ja einen alten Ruf.

Naturhistorisch gehört die Dobrudscha zu den interessantesten Gegenden Europas. Sie beherbergt noch zahllose große Raubvögel (Adler und Geier), Flamingos, drei Arten Schildkröten, ungewöhnlich große Schlangen, überaus interessante seltene Käfer und Schmetterlinge. So klein die Dobrudscha ist, so besitzt sie doch selbst Säugetiere, die ihr eigentümlich sind und die nur dort vorkommen, z. B. einen kleinen Hamster, eine Blindwühle (Spalat), einen kleinen Marder, der den Namen seines Entdeckers Nlustella Dombrovski trägt, einige Mäuse und eine Fledermaus, vielleicht gehört sogar ein Nerz (Sumpf­otter) hierher.

Nicht minder eigenartig ist die Flora.

heute, nach weit mehr als tausend Jahren, ertönt der deutsche Laut noch immer in der Dobrudscha, auch bei der kirchlichen Feier.

hoffen wir, daß er niemals ersterben wird: zur Ehre des deutschen Namens und auch anderen Völkern zum heil!

Emil Fischer,von der Heide", 1915.

5. Deutsche Schularbeit im Grient.

Ein schlichtes Denkmal, eine einfache Marmortafel mit kurzer Inschrift, meldet an der Schwelle zum Grient von der Tätigkeit eines deutschen Kaisers im Morgenlande. Es ziert eine Wand der Aula in der großen, deutschen Schule, die in dem Europäerviertel Konstantinopels gelegen ist, und enthält nur die Worte: Zur Erinnerung an den Besuch Ihrer Majestäten Naher Wilhelms ll. und der Kaiserin Auguste Viktoria am 18. Oktober 1898.

hätte das deutsche Kaiserpaar in dem genannten Jahre nur ein Werk der deutschen Kirchenbaukunst, die Erlöserkirche zu Jerusalem, seiner Be­stimmung übergeben wollen, würde seine Reise von Bedeutung gewesen sein. Indessen erfuhr damals die gesamte deutsche Arbeit, die bereits in großem Umfange an den verschiedensten Punkten des Morgenlandes geleistet worden, durch das kaiserliche Auge ihre Besichtigung, ihre Prüfung und Belobigung. Zunächst in der Hauptstadt des osmanischen Reiches, in Konstantinopel. Der erste Besuch galt noch am Tage der Ankunft der deutschen Schule, die in jeder Beziehung als ein Werk deutschen Gemeinsinnes und deutschen Geistes an­zusehen war. Kaum hatte im Jahre 1894 ein über alle menschliche Begriffe furchtbares Erdbeben die alte, deutsche Schule in ihren Grundfesten erschüttert, als man an den Bau einer neuen würdigeren Unterrichtsanstalt ging. Eine für diesen Zweck in Deutschland veranstaltete Sammlung, an deren Spitze sich der Kaiser selber stellte, ergab über 90 000 M.- das übrige Geld in höhe von 310 000 M. wurde von zwei Männern der deutschen Kolonie zu Konstantinopel der Schulgemeinde zur Verfügung gestellt. Davon wurde ein stolzes Gebäude, von dem man zum schönen Bosporus hinabschaut, errichtet. Gerade ein Jahr vor dem Kaiserbesuch war es eingeweiht worden. Die Pläne für die Schule waren in Berlin ausgearbeitet, deutsche Ingenieure hatten den Bau ausgeführt. Die dann von deutschen Lehrern und Lehrerinnen geleistete Arbeit kam über