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Herzblut" schrieb, wie der Dichter zu dieser seiner Lebensaufgabe berufen wurde, das schildert er in schlichter weise in einem Briefe an die Herausgeber der Zeitschrift „Lese", in dem er uns gleichzeitig einen kurzen Überblick über sein Leben bietet.
Er schreibt da: „Meine Ureltern kamen aus der schwäbischen Pfalz. Als sie über Regensburg die Donau herabzogen, um in das ferne Banat im ungarischen Tiefland zu übersiedeln, machten sie in Wien halt. Und da sah meine Urgroßmutter, die etwa damals sechs Jahre alt war, die schöne, junge Kaiserin Maria Theresia beim wiener Fronleichnamsfest. Sie fuhr in einem Glaswagen mit sechs Schimmeln. Davon zehrte das Bauernkind über achtzig Jahre, und allen ihren Enkeln und Urenkeln erzählte sie jenes Erlebnis hundertmal, In mir entfachte sie damit früh die Sehnsucht nach der Kaiserstadt Wien. Als Bauernstudentlein kam ich nach Temesvar auf die lateinische Schule, dann nach Hermannstadt in Siebenbürgen und endlich nach Wien. In der Heimat aber blieb ich ein ständiger Gast und lebte alle die bitteren Wandlungen derselben mit. Ich schrieb früh Theaterstücke und gewann die Freundschaft Heinrich Laubes. Er führte mich in die Literatur ein. Dann geriet ich in die Theaterkritik, gründete nacheinander selber zwei Volksschauspielhäuser in Wien und leitete sie. Zehn Jahre meines Lebens verlor ich an diesem Traum. Nebenbei hatte ich etwa zwanzig Bücher und. Streitschriften veröffentlicht. Als ich aus dem Wahn, das deutsche Theater sei auf volkstümlicher Grundlage zu erneuern, endlich erwachte, ging ich wieder einmal in die Heimat, mit offenen Augen und gereifter Weltkenntnis. Und da packte mich die Wirklichkeitstragödie, die sich da mitten in Europa vollzieht, mit aller Macht. „Du schweifst in der weiten Welt herum, du jagst phantastischen Bildungsidealen nach, und hier geht dein Volk unter? Tue deine nationale Pflicht!" So rief es in mir mit hundert Stimmen, und ich wurde in. reifen Jahren der Heimatsdichter der Banaler Schwaben. Es entstanden meine Bücher „Götzendämmerung", „Der kleine Schwab" und „Die Glocken der Heimat", wenn jemals Herzblut in Büchern geflossen ist, dann müssen diese drei davon Zeugnis geben. Lese, II. Iahrg. 19N, Nr. I.
11. wallfahrlstag im Vanal.
Die große Zeit des Schnittes ist vorbei, der Lrntesegen unter Dach und Fach, nun kommt die Zeit der Wallfahrten und der kirchweihfeste. für die Banaler Schwaben. Dieselben haben eine höchst kluge Einteilung des Jahres vorgenommen und jede Zersplitterung der Kräfte vermieden. Mit den ersten Frühlingstagen tritt der Pflug auf dem Felde, die haue im Weingarten in Wirksamkeit, und es gibt keinen Frieden mehr bis im Juni, wenn der Kukuruz (Mais) und die Kartoffel „gehäuft" und die Weinreben aufgebunden sind. In dieser ganzen Zeit finden keine Lustbarkeiten statt, die Sonntage sind ausschließlich der Erholung gewidmet, denn der Schnitt erfordert die höchste Anspannung aller Kräfte. Aber dann, wenn die Ernte vorbei und man den Lohn seines Fleißes errungen! von Ende August bis Ende September wird im Banat getanzt und gebetet. Dorf um Dorf wallfahrtet in dieser Zeit nach Maria-Kadna, Dorf um Dorf feiert seine „kerwa" („kirchweih"), und die Landstraßen werden nicht leer von Pilgern und festlich geputzten kirchweih- gästen. Diese alljährlich wiederkehrenden Septemberwochen sind die einzige