Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1916) Österreich-Ungarn, Balkan, Orient
Entstehung
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allzeit wachsamen Führung predigen sie. werden sie auch diesmal am Werke sein und bleiben, wo es gilt, Mittel und Wege zu finden, wie das Sachsentum, das noch kaum ein viertel der Bevölkerung ausmacht, sich als Besitzer seines köstlichen alten Erbes erhalte?

Außer der Inneren Stadt besitzt Kronstadt noch drei Vorstädte, die sich in den drei Hauptausbuchtungen des Tales hinziehen: die bulgaro-rumänische obere Vorstadt mit manch orientalischem Einschlag in der Bauweise- die sächsische Altstadt, der älteste Teil der Siedelung, mit einer schönen Kirche im Übergangsstil, in allem wesentlichen der Erscheinung ein großes, ruhiges, sächsi­sches Dorf- schließlich die größtenteils magyarische Blumenau, in der sich das Fabrikviertel entwickelt, da hat der unkünstlerische protzige Überschwang

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Kronstadt (Siebenbürgen).

neuerer Bauweise besonders des Staates wahre Grgien der Geschmacklosigkeit gefeiert.

wirtschaftlich ist Kronstadt unter allen siebenbürgischen Städten voran. Dabei kommt ihm besonders seine Lage am Austritt der siebenbürgischen Haupt­linie nach Rumänien zustatten.

Müller-Langenthal, Siebenbürgen.

6. Sächsisches Dorf und Vorsteven.

Die Anlage der sächsischen Siedelung hat die Form des dicht geschlossenen Reihendorfes. Oft läßt das schmale Tal nur einer einzigen langen Gasse Platz, das ist die Dorfstraße, die oft von einem durchfließenden Bach zweigeteilt wird. Aus der Hauptgasse drängen dann kleine Rebengäßchen in die verästelten Seitentäler, wenn die Talsohle Raum läßt, bilden sich auch lange parallel- gassen aus. Im flachen Burzenland ist dies allgemein der Fall. Seine Siede- lungen, deren Gründung erst in den Anfang des dreizehnten Jahrhunderts fällt, weisen schon den vollendetsten Typus des Rolonistendorfes auf, jene über­sichtliche Anlage, bei der von einem großen, wohlgepflegten Platze aus die Gassen in der Längsrichtung des Dorfes hinziehen.

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