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5. Herinannstadt und ttronstadt.
Hermannstadt.
Hermannstadt beherrscht die Ebene am Zusammenfluß des Alt mit seinen vereinigten Zuflüssen Zibin und harbach und vor dem Durchbruch des Alt nach Rumänien. Ein Gebiet reich an Kontrasten. Die Aufschüttung der drei Flüsse schuf einen breiten Gürtel, der von Flußterrafsen halbwegs gegliedert doch ziemlich flach daliegt und die hochragende Gebirgswelt im Süden gegensätzlich mit den sanften Rücken und Ruppen des Binnenlandes verbindet. Nach Norden, Osten und Westen öffnen sich Täler von Flüssen und Bächen, doch so gewunden, daß man nicht ahnt, wohin sie eigentlich führen, ob man nicht im verschlungenen Zickzack sich verliert. Es ist, als wollte die Natur die Perle jener Ebene vor unberufenen Augen hüten. Im Süden gar hat sie ihr die starre Gebirgs- schwelle vorgesetzt, die nur wenig gangbare Stege freiläßt. Aber das befruchtende Naß des Landes hat in langem Ringen über diese strenge Ab- schließung obgesiegt'. Im Alt vereinigt hat es in zäher Ausdauer den massigen Steinwall durchsägt. Noch heute tönt sein Siegesräuschen an das Ohr des Wanderers, der den Durchbruch, den sogenannten Rotenturmpaß, auf der Runststraße am Ufer des Alt durchschreitet. Eilend und stürzend jagen seine Wellen hinunter in den fernen Schoß des Schwarzen Meeres. Die vielen Tropfen, deren die hohen Bergriesen die östlichen Ebenen beraubten, im Alt strömen sie ihnen vereinigt zu. Das belebende Naß hat dem Lebensausgleich einen weg geöffnet. Auch für den Kulturaustausch der Völker ward hier ein Tor gebrochen. Zu vernichtenden Beutezügen haben es nur allzuoft die ungezügelten Scharen des Ostens ausgenützt, zu friedlichem Güteraustausch die gesitteteren Völker des Westens.
An beiden Arten der Völkerberührung ist Hermannstadt im Mittelpunkt der Ebene erstarkt. Als ob es ihm vor dem Tor selbst denn doch gegraut hätte, wuchs es nicht in seiner unmittelbaren Nähe empor, auch nicht im genauen Berührungsgebiet der drei Flüsse. Etwas abseits, am Lauf des Zibin, erhebt es sich auf einer trockenen, vor allen Fährnissen des Witterungswechsels sicheren Diluvialterrasse. vor den tieferen, heute fruchtbarsten Lagen hat sich der Mensch bei der Niederlassung gescheut- der reiche Kranz von Dörfern, der Hermannstadt umgibt, verbirgt seine perle zum großen Teil in den einmündenden Tälern und Buchten, nur vereinzelte haben auf derselben alten Terrasse Platz gefunden.
Im Kontrast der Bilder erscheint Hermannstadt als staubiger Allerwelts- mittelpunkt, geschaffen zur notgegebenen Berührung und dem unerläßlichen Austausch unter Menschen. Ringsum hat aber seinen Bewohnern die Natur Stätten der Andacht errichtet. Dem Gebirge zu führen idyllische Täler, so sanft geneigt, daß sie in der Ebene kaum hervortreten. Naturergebener Sinn hat sie von alters her gepflegt und zu ihrer Seite schattige Waldungen geschaffen. Unmittelbar unter dem Gebirge nehmen die Talkessel von Miches- berg und heltau wahrhaft reizende Formen der Landschaft an- wenn im Frühjahr unübersehbare Kirschblüte ihre sanften hänge überflutet und in malerischen Widerstreit mit dem leuchtend jungen Grün der schroff ansteigenden Gebirgswälder bringt, dann fühlt sich die dankbare Seele wirklich im „Paradies", wie der schönste Teil dieser Landschaftsperle im Volksmunde heißt. Dem