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Muttersprache.
1. Muttersprache, Mutterlaut!
Nie so wonnesam, so traut!
Erstes Wort, das mir erschallet, süßes, erstes Liebeswort,
erster Ton, den ich gelallet, klingest ewig in mir fort.
2. Rch, wie trüb' ist meinem Zinn, wenn ich in der Fremde bin, wenn ich fremde Zungen üben, fremde Worte brauchen mutz,
die ich nimmermehr kann lieben, die nicht klingen als ein Gruß!
3. Sprache, schön und wunderbar, ach wie klingest du so klar!
Will noch tiefer mich vertiefen in den Reichtum, in die Pracht; ist mir's doch, als ob mich riefen Väter aus des Grabes Nacht.
4. Klinge, klinge fort und fort, Heldensprache, Liebeswort,
steig empor aus tiefen Grüften, längst verscholl'nes altes Lied, leb' auf's neu in heil'gen Schriften, daß dir jedes herz erglüht!
5. Überall weht Gottes hauch, heilig ist wohl mancher Brauch; aber soll ich beten, danken, geb ich meine Liebe kund, meine seligsten Gedanken sprech' ich wie der Mutter Mund.
Max von Zchenkendorf.
Deutsche überall.
Der ungeheure Weltkrieg ist im Grunde genommen der Kampf gegen das Deutschtum in der Welt. Nicht nur unser stolzes, neues Reich, das am 18. Januar 187l gegründet wurde, wollen die Feinde niederschmettern, nein, überhaupt gegen alle veutschdenkenden und gegen deutsches Wesen richten sich die Wut und der haß unserer Feinde. Ja, fragten da viele verwundert, als sie von den Verfolgungen der Deutschen in Rußland hörten: Sind denn das wirklich Deutsche? Rus der Not der Flüchtlinge hat mancher Reichsdeutsche vielfach zum ersten Male erfahren, was Ruslandsdeutschtum ist und wie viele seiner Söhne fern von der Heimat schaffen und ringen, wie staunten unsere