Vorwort.
I^nser Luch war schier ein zu kleines Gefäß, um alles das fassen zu können, 4-4 was aus dem überreichen Schriftenborn über das Auslanddeutschtum frisch hervorquoll. Denn vieles mußten wir ungenutzt verrinnen lassen, selbst wenn es erst durch den Weltkrieg mit Macht aus der Tiefe der Vergessenheit zutage gefördert worden war. Aus den vielen streng belehrenden, wissenschaftlichen Bearbeitungen suchten wir die Stoffe heraus, die anschaulich und volkstümlich vom Auslanddeutschtum erzählen, wir trugen uns zunächst mit dem Gedanken, das Ouellenbuch erst nach Friedensschluß erscheinen zu lassen. Die folgenden naheliegenden Erwägungen ermutigten uns aber zu dem Wagnis der sofortigen Herausgabe:
1. Umfang und Bedeutung des Auslanddeutschtums sind nun endlich auch weiteren Kreisen unseres Volkes durch den Weltkrieg klar vor das Auge gerückt worden.
2. Dadurch aber ist wiederum der Erforschung des Auslanddeutschtums eine 'rhöhte, vielseitige Teilnahme gesichert.
Z. So wie nun in den letzten Jahren von unseren Kolonien und von unserer Flotte wirklich volkstümliche Schilderungen entstanden, muß es auch möglich sein, von dem bisher in Jugend- und Volksschriften stiefmütterlich behandelten, durch den Krieg gegen das Deutschtum etwa vernichteten „Schaffen und klingen" unserer deutschen Brüder im Ausland ein Jugend- und Volksbuch zu bieten.
Ein erster versuch! Die Schwierigkeiten, die durch den Krieg verursacht wurden, entschuldigen es wohl, wenn wir manches ausschieden, was ein anderer unbedingt ausgewählt hätte, wenn manches Bild als Beispiel oder Gegenbeispiel vermißt wird.
Unser Buch möchte im wahren Sinne des Wortes eine Ouelle sein, muß also immer von neuem gespeist werden. Damit ist ohne weiteres zum Ausdruck gebracht, daß uns Anregungen und Beiträge jeder Art sehr willkommen sind, besonders aus Kreisen der Auslanddeutschen selbst. Auch für das Verzeichnis der Schönliteratur ist uns eine Vervollständigung sehr erwünscht.
Uns liegt nur noch ob, eine liebe Pflicht zu erfüllen. An dieser Stelle sei den verehrten Autoren und Verlegern herzlich gedankt, daß sie uns den Nachdruck ihrer Werke so bereitwillig gestatteten und die Herausgabe unseres Ouellenbuches uneigennützig förderten.
Der 2. Band soll das Deutschtum in Nußland, in der Schweiz und in Belgien, in Nord- und Südamerika schildern. Außerdem wird er Berichte über die deutsche Auslandsschule und deutsche Zeitungen im Ausland, über die wirtschaftliche Bedeutung der Auslanddeutschen und den von ihnen im Kriege betätigten Opfer- sinn enthalten.
Dresden, im September 1916.
Die Herausgeber.