bekehrung die Kultivierung des Bodens und die Unterweisung der Bewohner in derselben zu verbinden; erfolgreich und vorbildlich sind ihre Viehzüchtereien und Pflanzungen (Gummi, Kakao, Reis, Kaffee, Bauanen, Baumwolle, Getreide, Obst, Gemüse), wie ihre zahlreichen Preise bei landwirtschaftlichen Ausstellungen bekunden. Ebenso bemühen sich die Weißen Väter im Innern um die wirtschaftliche Bodenverbesserung, besonders um Gartenbau und Obstkultur (Kokos, Datteln, Orangen, Zitronen, Feigen, Oliven, Maulbeeren, Pflaumen, Birnen, Äpfel, Tee, Zimt, Kaffee, Zuckerrohr, Reis, Bananen, Erdnüsse, Baumwolle, Weizen); ihre Baumwollpflanzung Marienhof in Ukerewe beschäftigt mit Dampfbetrieb täglich 400 bis 500 Neger und 150 bis 200 Kinder und hat im vorigen Jahre an 4000 Eingeborene Saatgut ausgeteilt. Auch zn den Gewerken werden die Schwarzen von der Mission angehalten und ausgebildet.
Viel gerühmt ist wegen ihrer wirtschaftlichen Betriebe speziell die Steyler Mission in Deutsch-Neuguinea. In ihren vier größeren und zwei kleineren Farmen pflanzt sie Kokos, Gummi, Reis mit großem Erfolge und gibt ständig 400 bis 500 eingeborenen Arbeitern Gelegenheit, die verschiedenen Bodenkulturen, Werkzeuge und Haustiere kennen zu lernen, sich an eine geregelte Zucht und Lebensweise zu gewöhnen, miteinander in enge Berührung zu treten und an Stelle der bisherigen Stammesfeindschaft ein freundschaftliches Verhältnis zu Pflegen. Zur Verwertung des abgeschlagenen Nutzholzes dient das mit allerhand Werkzeugmaschinen versehene große Dampfsägewerk an der Zentralstation St. Michael. In den Werkstätten von St. Michael werden eingeborene Lehrlinge zu Schneidern, Schmieden, Schlossern, Schreinern, Zimmerleuten, Bootsbauern, Maurern, Zieglern, Anstreichern usw. herangezogen, um nach ihrer Entlassung in den umliegenden Dörfern als Bahnbrecher dieser Künste zu wirken, die sie sich im Schatten des Kreuzes angeeignet haben. Die Mädchen ihrerseits empfangen Unterricht in den weiblichen Fertigkeiten (Waschen, Bügeln, Nähen, Kochen, Haus- uud Garteuarbeit). Ähnlich unterweist die Hiltruper Mission auf dem Bismarck- Archipel in ihren Stationen die junge männliche wie weibliche Bevölkerung in den ihr nützlichen Arbeiten. Ihre großzügigen Wirtschaftsunternehmungen, besonders ihre Kokospflanzungen, verschaffen ihr manche selbständige Einnahmequellen; ihr Dampfsägewerk am Toriufluß versieht sie nicht bloß mit dem eigenen Baubedarf, sondern liefert auch dem Gouvernement uud Privaten das nötige Holz. Die zeitlich erste Sorge der Maristen auf den Nordsalomonen ist ebenfalls Anlage von Pflanzungen (besonders Kopra). In nencster Zeit haben auch die Kapuziner auf den Karolinen ihr ursprüngliches Widerstreben gegen rein wirtschaftliche Be- tätigungen aufgegeben und Kokospflanzungen angelegt; fehr anerkennend sprechen sich Gouverneur Dr. Hahl und andere Reisende über das durch den Aufstand berühmt gewordene, mit Kalkbrennerei, Ziegelbrennerei und Zementmaschine verbundene Sägewerk der Kapuziner in Ponape aus. Einen nicht geringen wirtschaftlich-kolonialen Wert und Fortschritt stellen schließlich die Missionsfahrzeuge und Dampfer dar, welche die Fluten des Stillen Ozeans durchfurchen.
Die Liebestätigkeit der katholischen Mission.
Durch ihre Krankenfürsorge und ihre aufopfernde Pflege bei Epidemien hat zunächst die Togomission der Steyler das Vertrauen der Eingeborenen in hohem Grade gewonnen und sie zur Annahme des Christentums geneigt gemacht. Im Gegensatz zu den einheimischen Kurpfuschern leistet sie auf sämtlichen Stationen fast täglich sachverständige Samariterdienste an kranken Eingeborenen, deren Wunden sie behandelt und denen sie ans ihren unter gut ausgebildeten Kräften stehenden Apotheken Arzneien liefert; außerdem besuchen Missionare und Missionsschwestern die Hütten der Kranken und Altersschwachen, ohne sich durch ansteckende oder gefährlicheu Leiden abschrecken zu lassen.