ziner auf den Karolinen eine Ponape-Zeitung unter dem Titel Uju nan matau (Stern im Meere); auf die Patres gehen weiter Fibeln, Grammatiken, Gebetbücher, Bibeln, Katechismen in der Jap-, Pal au-, Ponape-Sprache zurück. Auch in Tsingtau besitzt die Steyler Mission unter Leitung eines Patres eine deutsch- chinesische Druckerei, die ein chinesisches Wochenblatt herausgibt und für die Regierung das Amtsblatt, für die Schantungbahn die Fahrkarten herstellen läßt. Durch Abfassung von chinesischen Grammatiken, Wörterbüchern, geographischen Handbüchern usw. suchen die Missionare nach besten Kräften den geistigen Austausch mit dem Westen zu bewerkstelligen und China die Wissensschätze des Abendlandes zuzuführen. -
Nicht so stark tritt die literarische Tätigkeit der protestantischen Missionen in ihren Berichten in den Vordergrund. Doch wissen wir aus anderen Quellen, daß auch sie hierin nicht müßig sind, und entsprechend dem Formalprinzip des protestantischen Glaubens namentlich die Bibelübersetzungen eifrig fördern und verbreiten. Sehr verdient macht sich um die Durchforschung der Eingeborenensprache und die Schaffung einer einheimischen Literatur in Togo die Norddeutsche Mission, besonders durch die Arbeiten Westermanns und Spieths, dessen Werk über die Ewe-Stämme zu den besten völkerkundlichen Arbeiten gehört und ein dauerndes Denkmal über dieses Volk bleiben wird. Seine Ewe-Bibel liegt nun gedruckt vor, das Neue Testament schon in 4. Auflage; außerdem erschien Spieths „Friedensbote" und ein Wandkalender. Nach dem Vorbilde der katholischen Mission denkt man auch an die Einrichtung einer Missionsdruckerei uud hat sich mit der Regierung über die Orthographie verständigt. Mit den Bremern in Togo arbeiten um die Wette die Basler in Kamerun. Ein Neues Testament in Duala wurde von der Württembergischen Bibelgesellschaft mehrmals gedruckt, seit Jahren erscheint die Zeitschrift Mulee.Ngea (Wegweiser) usw. Fleißig ist auch die Rheinische Mission in Südwestafrika an der Arbeit, um Lexika, Grammatikeu, Übersetzungen, sprachliche und ethnographische Untersuchungen anzufertigen, speziell Missionar Dannert, der eine ganze Anzahl Hererobücher vorbereitet. Die Berliner Mission besitzt Druckereien in Daressalam uud Kidugala, doch wird über ihre Produktion für 1912 nichts berichtet.
Sozial-earitatives Wirken.
Nebeu den geistigen Bedürfnissen der Kolonien und der Eingeborenen berücksichtigt die christliche Heidenmission auch die materiellen, weil auch diese notwendig zur individuellen wie sozialen Unterlage ihrer religiösen Einwirkungeu und des ganzen Christianierungsprozesses gehören. Schon daß sie ihr weißes Personal Jahr für Jahr vermehrt und verpflegt, daß sie ferner alljährlich mehrere Millionen in unseren Schutzgebieten nutzbringend anlegt, ist für die Entwicklung des überseeischen Deutschland von unschätzbarem Belang und wird von jedem vernünftigen Kolonialpolitiker als dankenswerter Beitrag zur kolonialen Wohlfahrt begrüßt werden müssen. Aus der Tatsache, daß uach einer Aufstellung der „Kolonialen Rundschau" im Jahre 1911 über 2Vs Millionen Mark allein für die Arbeit der evangelischen Mission in den deutschen Kolonien verausgabt worden sind, zieht Baudert mit Recht den Schluß, daß die Heidenmission „eine der größten und produktivsten wirtschaftlichen Unternehmungen in unsern Schutzgebieten ist". Zwar ist diese Betätigung uicht Selbstzweck, sondern eine unentbehrliche Voraussetzung des religiösen Misjionszieles und zugleich eine naturgemäße Äußerung christlichen Lebens; aber dadurch wird doch ein Kulturwerk ersten Ranges vollbracht, wie die Kenner und Kolonialschriftsteller aller Richtungen bezeugen (Stanley, Livingstone, Baumanu, Emin Pascha, Major v. Wissmann, Oberleutnant Wettstein, General v. Trotha, Gouverneur Leutwein,