Ende 1912 nur 306 protestantische Schulen mit 10523 Kindern. Mehr oder weniger erfolgreich scheint die Schultätigkeit der Wesleyaner auf dem Bismarck- Archipel zu sein, da sie außer einem Lehrerseminar und einem Mädcheninternat gegen 200 Schulen mit mehr als 5000 Schülern unterhalten, außerdem ein Gehilfenseminar in Ulu auf Neulauenburg. Geringer sind die Resultate in Kaiser- Wilhelms-Land, wo die Neuendettelauer Mission (1911) mit Hilfe von 27 eingeborenen Lehrkräften 1006, die rheinische Mission (1912) in 10 Schulen mit sechs einheimischen Lehrern 466 Schüler unterwies.
Nicht zwar in der Zahl (26 Schulen mit 720 Schülern Ende 1911), wohl aber in der Qualität stellen die ostasiatischen Schulen von Kiantschou unter allen kolonialen Missionsschulen den Rekord auf. Die Berliner haben unter ihren 32 Schulen vier Mittelschulen mit 157 Besuchern und ein Seminar mit neun Insassen. Den Knaben wie Mädchen wird deutscher Unterricht erteilt. Die vier- klassige deutsch-chinesische Schule in Tsingtau, die sie selbst unterhält nnd zu der mehrere umliegende Elementarschulen überleiten, zählte im vorigen Jahr 55 Schüler. Ferner existiert dort eine Mädchenschule mit 63 Kindern und eine Kleinkinderschule mit 40 Hörern. In Tsimo ist eine Seminarvorschule mit drei Klassen und ein Seminar mit je drei Klassen aufgerichtet; auch die Knabenschulen bei Kiantschou sind dreiklassig. Die Anstalten des allgemeinen Missionsvereins sind sämtlich auf höhere Bildung angelegt. An der Spitze steht das deutsch-chinesische Seminar in Tsingtau, die neben der neuerrichteten deutsch-chinesischen Hochschule nicht für überflüssig gilt, weil letztere nur Wisseu, nicht Charakterbildung vermittelt, so sehr man die dadurch gebotene Gelegenheit einer Fachausbildung für die eigenen Schüler begrüßt. Der eben gedruckte Jahresbericht zählt am Seminar zwölf einheimische Lehrer auf. Nach den daselbst veröffentlichten revidierten Statuten sucht die Schule neben der wissenschaftlichen Förderung die sittliche Erziehung der Schüler, neben der chinesischen nnd westlichen Wissenschaft die Kenntnis der deutscheu Sprache zu pflegen; die fünfklassige Unterstufe entspricht einer chinesischen Elementar-, die vierklassige Oberstufe einer chinesischen Mittelschule. Unterrichtsfächer sind Ethik und Religion, chinesische Klassiker, chinesische Literatur, Deutsch, Mathematik, Physik und Chemie, Naturlehre, chinesische und europäische Geschichte, Geographie, Astronomie, Zeichnen, Turnen und Singen; das Schuljahr zerfällt in zwei Semester, von Ende Januar bis Anfang Juli und von Anfang September bis Ende Dezember; die Prüfungen setzen sich aus Klassen-, Semester-, Jahres- und Abgangsprüfungen zusammen; auf der Unterstufe beträgt das jährliche Schulgeld 20, das Verpflegungsgeld 60, auf der Oberstufe das Schulgeld 40, das Verpflegungsgeld 80 ^. Im letzten Jahre wurde das Studium der chinesischen Klassiker verstärkt, zugleich aber der biblische Unterricht als obligatorisches Schulfach eingeführt. Mit Hilfe der von Rohrbach und Meincke gesammelten Hamburger Spende konnte 1911 in Tsingtau die Schu-Fan-Mädchen- schule als sechsklassiges Lehrinstitut und Pensionat eingerichtet werden, während die übrigen Mädchenschulen in die vorbereitende dreiklassige Me-J-Schule aufgingen. Infolge der Übersiedelung mehrerer besser situierter Familien steigerte sich die Zahl der Schülerinnen 1912 auf 70, den Unterricht erteilen drei Lehrer und drei Frauen. Überhaupt wurde der Schulbetrieb und Schulbesuch in beiden Missionen durch die Revolution, abgesehen von kleineren Unruhen, nicht nur nicht gestört, sondern eher gehoben, wenn auch die Berichte vou den nachteiligen Wirkungen einer gewissen Reaktion erzählen.
Die katholischen Missionsschulen.
In Togo hat der rege Bildungsdrang der Eingeborenen eine förmliche Bewegung zum-Christentum hervorgebracht, die von den katholischen Missionaren eifrig ausgenutzt worden ist. Darum steht ihr Schulwesen in dieser Kolonie be-