tische, den 62000 katholischen Christen 15000 protestantische gegenüber; erstere Zahlen von 1912, letztere von 1911, so daß der Unterschied in Wirklichkeit ein gut Stück geringer ist. Trotz dieses zahlenmäßigen Übergewichts der katholischen Mission ist die Lage der protestantischen in bezug auf die räumliche Verteilung der Kräste im allgemeinen günstiger, besonders erfolgreich arbeitet sie am Nyassasee im Südwesten und am Kiliumndscharo im Nordosten. Auch sie schloß sich 1911 zu einer besonderen deutsch-ostafrikanischen Missionskonferenz in Daressalam zusammen.
Deutsch-Neuguinea.
Kaiser-Wilhelmsland wurde gleich nach der deutschen Flaggenhissung (1881) voll protestantischen Missionaren besetzt, 1886 von den Neuendettelsauern, 1887 von deu Rheinischen. Unter großen Opfern und Schwierigkeiten wegen des unge funden Klimas, der Wildheit der Bewohner und der endlosen Sprachzerklüftung schritten sie nur langsam voran. Die Neuendettelsauer Mission blickte Ende 1912 auf 3593 Christeil und 1438 Taufbewerber (1911), 26Missionare und 9 Laienbrüder rn 18 Stationen, die Rheinische dagegen trotz ihrer 26jährigen Tätigkeit nur auf 83 Getaufte unter 11 Missionaren in 5 Stationen. Der angrenzende Bismarck- Archipel wird protestantischerseits von australischen Methodisten aus Sidney missioniert (10 Missionare und 4 eingeborene Helfer auf 6 Stationen mit angeblich 5216 Gemeindegliedern und 22707 Aspiranten Ende 1911.)
Weit überlegen ist hier die viel jüngere katholische Mission. Namentlich das apostolische Vikariat Neupommern (mit Nenmecklenburg), in den Händen der rührigen Missionare vom heiligsten Herzen, die in Hiltrup ihren. Hauptsitz, in Oeven- trop ihr theologisches Konvikt führen, hat sich nach äußerst schwierigen .Anstrengungen zu hoher Blüte entwickelt. Trotz der willkürlichen Gebietsabgrenzung, welche die Neu-Guinea-Kompagnie zwischen den beiden Konfessionen vorgenommen hatten, erzielten sie schon 1894 eine Massenbewegung zum Christentum, und bald darauf rückten sie auch im Binnenland unter den Baining vor. Gegenwärtig ist die Residenz des apostolischen Vikars Coupps Vunapope von 25 Stationen auf der Gazelle-Halbinsel in Neupommern und 6 in Neumecklenburg umgeben; 37 Väter, 43 Brüder und 34 Schwestern arbeiten hier unter 20417 katholischen Christen und 1934 Katechumenen. Hoffnungsvoll entfaltet sich auch die junge Präfektur der Maristen auf deu deutschen Nordsalomonen Bugain- ville und Buka seit 1898, wenn sie auch erst auf 5 Stationen unter 12 Missionaren, 4 Brüdern und 11 Schwestern 480 Getaufte und 649 Katechumenen gewonnen hat. Eifrig und erfolgreich ist endlich die ebenfalls seit 1896 gegründete Stehler Mission auf Kaiser-Wilhelms-Land an der Arbeit; ihr letzter Jahresbericht registriert 17 Hauptstationen (Präfektursitz St. Michael bei Alexishafen), 25 Priester, ^Laienbrüder und 37 Schwestern, 2410 Neuchristen nnd 280 Jahrestaufen. Neuestens w irde der westliche Teil des Gebietes der sogen. Picpusgesellschaft zur Bearbeitung überwiesen.
Die übrige deutsche Südsee.
Das protestantische Missionswerk wird hier fast ausschließlich von angelsächsischen Gesellschaften versehen. Deutsch-Samoa war schon zwei Jahrzehnte nach der Landung des John Williams (1830) größtenteils christianisiert, so daß es sich hier mehr um Christenseelsorge als um Heidenbekehrung handelt. Die meisten Eingeborenen (7263 Mitglieder und 18076 Anhänger unter 158 einheimischen Pastoren und 6 Missionaren auf 6 Stationen) gehören zur Londoner Gesellschaft. Neben ihr besitzen die australischen Methodisten oder Wesleyaner zwei Stationen mit 2727 Christen und 6627 Bewerbern unter 3 weißen Missionaren,