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Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland / von D. Westermann ... Tafeln ... gez. von K. Bock
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Pfeilwurz.

Pfeilwurz.

Pfeilwurz oder arrowroot nennt man ein Stärke­mehl, das aus den Wurzelstöcken verschiedener Pflanzen aus der Familie der Marantaceen gewonnen wird. Die beste Pfeilwurz liefert Marantacea arundinacea; sie ist eine bis 3 m hohe Staude mit geradem, schlankem Stengel und langen, oval-lanzettlichen Blättern. Der fleischige Wurzelstock verzweigt sich im Boden, seine einzelnen Glieder,Finger genannt, werden 2545 cm lang.

Die Pfeilwurz wird im tropischen Amerika, in Ost­indien, Afrika und Australien kultiviert. Besonders in Südafrika hat sich in neuerer Zeit der Anbau sehr ge­hoben. Auch Westafrika, wie Liberia, Sierra Leone, Lagos produzieren arrowroot.

In Deutsch-Ost- und Westafrika wie auch auf den Südseeinseln sind Klima und Boden für die Anpflanzung der Pfeilwurz oder für die weitere Ausdehnung der Kultur geeignet. In Togo und Kamerun gibt es verschiedene wildwachsende Cannaarten, die ebenfalls arrowroot liefern.

Die Erzeugung und der Verbrauch an Pfeilwurz ist ein bedeutender, die Bermudas-Inseln z. B. führen jährlich etwa 25000 kg aus, St. Vincent 22000 Faß, Natal bis zu 300000 kg, Queensland bis 15000 kg, Tahiti mit Nachbar­inseln 25000 kg. Die besten Sorten kosten im Großhandel eine Mark das Kilo.

Anmerkung. Der Name Pfeilwurz ist Übersetzung des englischen arrowroot, und dies ist dem indianischen Wort ararutaWurzelmehl nachgebildet. Der Name Pfeilwurz ist also ganz irreführend.

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