Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1895)
Entstehung
Seite
13
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wild, von dem nur das Pinselohrschwein in diesen Ur­wäldern lebt. Die Flüsse werden, wie überall in Afrika, von Flußpferden und Krokodilen bevölkert. Eine be­sondere Plage ist die Jnsektenwelt der tropischen Zone, die Mosquitos, Fliegen und Ameisen, von denen nament­lich die große Wanderameise selbst von den Eingeborenen sehr gefürchtet wird, da sie auf ihren Zügen bei Nacht nicht selten die Lagerplätze größerer Karawanen über­fällt und alles beunruhigt, was sie mit ihren starken Freßwerkzeugen erreichen kann.

2. Dir Drwohnrr und dir Hauptplü'he drs Schutzgebietes

Zwei durchaus verschiedene Völkergruppen sind es, die wir auf dem weiten Gebiete der deutschen Inter­essensphäre von Kamerun finden, zwei große, in einzelne Familienzweige zerfallende Volksstämme, die sich sowohl anthropologisch, wie auch ethnographisch voneinander scharf unterscheiden. Den einen Stamm, dessen Haupt­masse mehr nördlich wurzelt und der nur seine letzten Ausläufer im deutschen Schutzgebiete besitzt, repräsen­tieren die mohammedanischen Sudan-Neger, die mit ihrem Wuchs und ihrer Gesichtsform sich stark dem kaukasischen Typus nähern, gleichsam eine Rasse für sich bilden. Für die Arbeit an der Küste und für die Ent­wickelung der Kolonie spielen sie, zumal sie nur eine sehr geringe Minderheit der Bevölkerung des Schutz­gebietes ausmachen, politisch kaum eine Rolle.

Viel wichtiger als die Sudan-Neger ist für das deutsche Schutzgebiet der andere Stamm, der den eigent­lichen Grundstock der Bevölkerung bildet, nämlich der Stamm der heidnischen Bantu-Neger, der sich in seinen einzelnen größeren und kleineren Zweigen fast über das ganze West- und Mittelafrika ausdehnt und sich bis nach Südafrika hin erstreckt.