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Die Ewe-Stämme : Material zur Kunde des Ewe-Volkes in Deutsch-Togo / von Jakob Spieth
Entstehung
Seite
706
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2. Kapitel: Das wirtschaftliche Leben.

I. Die häusliche Arbeit.

Die wichtigste Arbeit, die mau zu Hause verrichtet, ist das Weben. Einer, der nicht weben kann, wird ausgespottet; man sieht ihn als einen Faulenzer und Schuldenmacher an, und niemand will ihm seine Tochter zur Frau geben. Neben dem Weben gibt es noch andere kleine Arbeiten.

II. Feldarbeit.

Die Arbeit, die wichtiger ist als alle andern, ist die Feldarbeit. Wenn die Zeit vorhanden ist, den Acker zu bestellen, so roden diejenigen, die sich einen großen Acker anlegen wollen, zuerst Wald, bevor die Zeit kommt, den Yamsacker zu bestellen. Jemand, der sich vorgenommen, keinen Wald urbar zu machen, wartet solange, bis die Zeit gekommen ist, das Busch­gras für die Yamssaat zu hacken. Hat der Betreffende eine Frau, so fängt auch sie an, ein Land zur Aussaat der Erdnuß herzurichten. Ist die Zeit herangekommen, die Felder zu bestellen, so steht es gewöhnlich zwischen Mann und Frau gut, und beide lieben sich. Sobald der Mann auf den Acker aufbricht, muß die Frau mit ihrem Holzteller auf dem Kopfe ihm auf das Feld vorangehen, das für die Yamssaat hergerichtet werden soll. Die Frau darf nicht zu Hause bleiben. Manche Frauen wollen mit ihren Männern zusammen nicht auf den Acker gehen, weshalb sich die Männer mit ihnen streiten, wenn sie vorn Acker zurückgekehrt sind. Wenn aber die Frau mit dem Manne zusammen auf dem Acker arbeitet, so gibt er ihr einen Ackerteil. Einer Frau wird nicht erlaubt, Saatstufen für den Yams zu machen, und sie darf den Saatyams nicht in die Stufen legen; denn manche Frauen kennen das Auge des Saatyams nicht und legen ihn umgekehrt in die Erde.

Ist das Feld für den Saatyams zugerichtet, so verteilt der Bauer den Acker in zwei Teile: Einen Teil gibt er seinen Frauen, und den andern behält er für sich selbst. Ist die Zeit herangekommen, so steckt der Mann die Palmäste an die Yamsranken und steckt sie auch an diejenigen auf dem Ackerteil seiner Frauen. Den Teil, den die Frauen bekommen, be­pflanzen sie hauptsächlich mit Baumwolle.

Das erste Hacken des Yamsackers nennt manHacken des Rache­grases, und das zweite wird ^Hacken des jüngeren Bruders des Rache­grases genannt. Ist derjüngere Bruder des Rachegrases gehackt, so fängt man an, den Yams zu untergraben. Wenn man den Yams untergräbt