Kpenoe.
Der Name Kpenoe kommt aus dem Namen ihres trd Kpetsu. Sie selbst nennen sich zuweilen „Kinder des Kpetsu “. Das ist ein Ermunterungsname für sie.
1. Kapitel: Das soziale Leben.
I. Die Ehe.
1. Brautwerbung.
Wenn jemand heiraten will, so bittet er den Vater und die Mutter, eines Mädchens, sie sollen ihm ihre Tochter geben, er wolle sie zur Frau haben. Die Eltern fragen den Mann, ob er ihr Kind wirklich heiraten könne? Er antwortet: „Gewiß kann ich es!“ Die Eltern gehen ihm ihr Kind schon in dessen Kindheit, zu einer Zeit, in der es noch nichts versteht. Von dieser Zeit an arbeitet der Mann für die Eltern (des Mädchens). Jedes Jahr hackt er zwei- bis dreimal auf ihrem Acker. Von Zeit zu Zeit weht er ihnen auch ein Kleid, wenn sie es nötig haben.
Ist das Mädchen erwachsen, so sagen seine Eltern zu dem Bräutigam, das Kind sei erwachsen, er solle kommen und es heimführen. Der Bräutigam kauft nun einen Landesstuhl und zwei Matten, faßt 10 hoka Kaurimuscheln an eine Schnur, die er um den Fuß des Landesstuhles bindet, 1 ) den er den Eltern des Mädchens sendet. Diese rufen ihr Kind, geben ihr die Geschenke und sagen: „Das hat dir dein Mann geschickt.“ Das Mädchen nimmt ihn an und setzt sich darauf. Die Matte dagegen bewahrt sie auf bis zu ihrer Übersiedelung in das Haus ihres Mannes. Der Mann kauft auch eine große Kürbisflasche voll Palmwein für den Vater des Mädchens. Hernach kauft er ebensoviel Palmwein für den Onkel des Mädchens mütterlicherseits. Hat er das getan, so webt er ein Kleid, zehn, zwölf oder sechzehn Hand breit und schickt das zusammen mit europäischem Stoff und 60 hoka Kaurimuscheln an die Eltern des Mädchens und läßt ihnen sagen: „Heute habe ich die Heirat des Mädchens abgeschlossen.“ Der Mann wartet noch einen Tag, schickt dann zwei Männer zu seiner Schwiegermutter und läßt ihr sagen, sie seien beauftragt, ihm heute seine Frau zuzuführen. Die Schwiegermutter ruft ihre Tochter und sagt zu ihr: „Dein Mann ruft dich.“ Ist das Mädchen damit einverstanden, so kommt sie mit
>) Vergl. Bild 8. 77.