2. Kapitel: Die Religion.
I. Himmel und Himmelsgötter.
A. Der Himmel.
1. Namen und Beschaffenheit.
Die Namen, welche man dem Himmel (dziwo) beilegt, sind: alili oder dzingoll und srö. Dzingoll ist sehr weit von uns Menschen entfernt. Srö sind die Wolken, welche in der Luft, im Angesicht der Sterne gehen. Dzingbe ist die Erde im Oberen und ist sehr weit (von uns) entfernt. Man sagt, es gebe sieben Himmel, und in jedem derselben werde eine besondere Sprache gesprochen. Man sagt, dieser erste Himmel sei eine Fläche, auf der es Berge und Wälder gebe. Der Himmel besteht nicht aus Erde, sondern aus einem weichen Stein.
2. Die Bewohner des Himmels.
Man sagt, daß es auf dem Himmel Menschen gebe, welche Schwänze haben wie die Äffen. Sie ziehen keine Kleider an und wissen, was auf unserer Erde vorgeht. Dort gibt es Hungersnot wie bei uns. Die Arbeit, die Männer und Frauen verrichten, ist Spinnen, Ackerbau und Herstellung von Dragkörben. Wenn eine Hungersnot dort ausbricht, so kaufen sie Speise auf unserer Erde. Um auf unserer Erde Speise kaufen zu können, machen sie es so, daß sie ein Seil vorn Himmel herunterspannen und daran auf die Erde kommen. Wenn sie ihre Speisen gekauft haben, so essen sie nichts davon, ehe sie die Erde wieder verlassen; denn in unsern Speisen ist Salz. 1 ) Man sagt, wenn sie davon essen würden, so müßten sie auf der Erde zurückbleiben. Es wird erzählt, in Alcpgso seien Himmelsbewohner herabgestiegen, um Speise zu kaufen; weil sie aber die Speisen zubereiteten und aßen, so riß das Seil, und sie blieben zurück. Der Mann, auf dessen Acker sie Speise kauften, ergriff sie, schnitt ihnen die Schwänze ab, und dann wurden sie seine Kinder. Die Himmelsbewohner sterben nicht, sondern wechseln ihre Haut, wie die Schlangen. Der Mann, der das erzählte, sagte, er habe die Leute in Akposo gesehen, dieselben sehen ebenso aus wie die Schwarzen.
') Vergl. die Kultusformen. In der den Göttern vorgesetzten Speise darf kein Salz sein.