7. Abschnitt.
Der Heimatswimpel flattert
Den lautlärmenden Abschiedsfeiern am 3. Mai im Zivilkasino, darauf in dem der Etappe folgte ein Morgen, der uns Abfchiednehmende in stiller, fast gedrückter Stimmung sah, sobald das dumpfe Rufen der stolzen „Alexandra" von der Reede her erdröhnte. Als ich den letzten Hände- druck wechselte, legte es sich nur wie bleiern auf Herz und Sinn. Kaum konnte ich auf die vielen freundlichen Wünsche „Glückliche Fahrt!" ein Lebewohl stammeln; wie zugeschnürt war mir die Kehle. Nun schwankten wir im wogenden Leichter durch die donnernde Brandung.' Zu meiner miesepetrigen Stimmung gesellte sich, meinen sowieso durch Krankheit schon geschwächten Körper mords- elend machend, die schreckliche Seekrankheit. Es bedurfte meiner ganzen Willenskraft, endlich an Bord emporge- wunden, bis zur Abfahrt an Deck auszuharren. Da 12.25 mittags ging ein leises Zittern durch den Schisfsrumpf: die Schrauben begannen zu arbeiten, und gleichzeitig entfaltete sich der lange Heimatswimpel. Zur Heimat! Aber ein sehnsuchltsfreudiges Gedenken an die heimischen Gaue wurde erstickt von dumpfem wehen Schmerzgefühl, gegen den eigenen Willen jetzt schon das liebgewordene Land verlassen zu müssen, da der Aufstand noch nicht beendet. Als der Leuchtturm auf sonnigem Strande meinen Blicken entschwand, war ich am Ende meiner Kräfte; ich schleppte