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Volkskundliches aus Togo : Märchen und Fabeln, Sprichwörter und Rätsel, Lieder und Spiele, Sagen und Täuschungsspiele der Ewe-Neger von Togo / ges. von Josef Schönhärl
Entstehung
Seite
143
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L. Einige Spiele der Ewe-Neger in Togo.

Wie beim Erzählen, geht es auch beim Spiel der Ein- gebornen recht lebhaft zu und es fehlt dabei wie bei uns nicht an Akklamanten und Kiebitzen; doch wird ein guter Nat der letzteren gern gehört und befolgt. Die Spieler selbst sitzen meist niit bis zum Kinn angezogenen Knieen auf der Erde und zeigen großen Eifer, Ernst und Aufmerksamkeit. Einen Gewinn oder gutgelungenen Wurf bzw. Zug begleiten sie mit Grinsen, Fingerschnalzen und Händeklatschen, während die Zuschauer dem Sieger Beifall zujauchzen und ihm lebhaft zu­rufen, die Verlierer aber nachdenklich und betrübt ihr Haupt auf den Ellenbogen und diesen auf das Knie stützen, als ob es große Geldverluste gelte; dabei spielen sie meist um nichts und nur selten um Eßwaren oder geringe Geldbeträge, die der Ver­lierer noch dazu schuldig bleibt. Spiele, mit denen körperliche An­strengung verbunden wäre, lieben sie wegen der ihnen angebornen Beguemlichkeit nicht. Fast alle Spiele werden deshalb im Sitzen ausgeführt. Manche derselben sind denen der Europäer ähn­lich: so das Würfeln mit Kaurimuscheln unserm Knobeln, das Schnellen von Lianen- (uvo) und Brechnuß-Früchten unserm Schussern oder Marbelspiel, das Drehen eines Schnecken­hauses auf dem Handrücken dem Kreisel unserer Kinder, das AickiAickilionulio (Seite 135) dem Gesellschaftsspiel:Taler, Taler du mußt wandern".

Ein Spiel atickäcka das unsermMühlefahren" sehr ähnlich ist, wird sehr häufig gespielt. Die Figur (Quadrate)