L. Sprichwörter.
Sprichwörter, die „Weisheit auf der Gasse", sind unter den Eingebornen Togos in großer Menge verbreitet. Missionar I. G. Christaller hat allein unter den Tshi-Negern mehr als 3000 gesammelt.
Wegen ihrer altertümlichen, oft „prägnanten Kürze" und wegen der Personifizierung von Gegenständen aus der Negerwelt sind manche für Europäer weniger gut verständlich, und es muß ihr Sinn und ihre Bedeutung erst aus dem Zusammenhang der Rede oder durch lange Umschreibungen erklärt werden, wodurch sie jedoch an Wirkung verlieren.
Sie bergen einen nicht zu verkennenden Sarkasmus und oft auch beißende Sophistik; auch sie verraten die Denkfähigkeit und den Mutterwitz des Negers, gewähren Einblicke in sein Seelen- und Gedaukenleben und tragen trefflich zur Volkskunde bei, indem gerade hier der Folklorist der Afrikaner wichtige Aufschlüsse in den unverblümten Wahrheiten d er Sprichwörter erhält, denn in ihnen sprechen die Eingebornen ihre Ansichten, ihre Vergleiche, alle ihre inneren Bewegungen usw. getreu und ungekünstelt aus, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.
Iioäokloivo.
1. Dsabsavoli me^vona ato ös avla. Üutü öoa ari ös eins o.
2. ^Voinet8on abi nonn nur o, ks von nunonni Iro.
8. ^.ms üuti ^s öua ams.
Sprichwörter.
1. Der Strauß nistet nicht an das Schilf und legt Eier hinein.
(Vorsicht ist die Mutter der Weisheit.)
2. Man nimmt nicht die Nadel zum Bohren, sondern nur den Bohrer.
(Schuster bleib bei deinem Leisten.)
3. Die Laus oder der Floh an dir beißt. (Lder: Der Floh, der in deiner Haut oder in deinen Kleidern ist, beißt dich
selbst (niemand andern.))