Druckschrift 
Weltpolitisches : Beiträge und Studien zur neueren Kolonialbewegung / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

188

Afrikanisches, Amerikanisches, Asiatisches.

Der AuFgang deF spanischen LtolomalreichK und seine weltgeschichtliche Vedeutung.

^^nter den Weltreichen, welche im Laufe der Ge­schichte entstanden und allmählich wieder zerfallen sind, reicht keines in Größe wie Macht an das spanische, wie es vor etwa vier Jahrhunderten sich gestaltet hatte, heran. Nach der Besteigung des portugiesischen Throns durch Philipp II. war Spanien nämlich rechtlich und thatsächlich Herr des größten Teils der bewohnten Welt! Hatte doch der päpstliche Stuhl, damals die höchste und entscheidende Instanz in allen völkerrechtlichen Fragen, im Jahre 1493 alle nicht europäischen Länder zwischen Portugal und Spanien, die Entdecker der Seewege nach Indien und Amerika, verteilt, und war die Teilnngslinie im folgendem Jahre von beiden Staaten festgesetzt worden! Ihr ent­sprechend hatte im Laufe eines Jahrhunderts Portugal die Hand auf ganz Indien, Ostasien, Afrika und Brasilien ge­legt, während Spanien das übrige Amerika und die Philippinen in Besitz nahm! Das alles war nun spanisches Eigenttun. Dazu gehörten zu Spanien die Niederlande und große Gebiete Italiens. Bedenkt man ferner, daß Rußland damals zum größten Teile noch eine von un- zivilisierten Stämmen bewohnte Steppe war, daß als Großmächte nur Deutschland und Frankreich neben Spanien in Bettacht kamen, und kein Staat über eine auch nur im entferntesten der spanischen Flotte an Zahl und Größe der Schiffe gewachsene Seemacht verfügte, so vermag man den