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Bilder aus der Südsee : unter den kannibalischen Stämmen des Bismarck-Archipels / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
317
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Kapitel XVIII.

Aberglaube. Zauberei.

Die religiösen Vorstellungen der Eingeborenen des Bismarck-Archipels sind entsprechend der tiefen Kultur­stufe, auf der sie sich befinden, äusserst primitiv. Die Hauptrolle scheint überall ein Aberglaube an Geister und Gespenster zu spielen, welche schädigend oder schreckend in das Leben der Kanaker eingreifen. Bei den meisten Stämmen wird der Glaube an ein Fort­leben nach dem Tode angetroffen, den Geistern der Verstorbenen wird ein grosser Teil des Spukes, durch welchen die Eingeborenen nach ihrer Vorstellung be­unruhigt werden, zugeschrieben.

Genauer bekannt sind nur die Vorstellungen der Küsteneingeborenen auf der Gazellehalbinsel. Sie haben im wesentlichen den Inhalt, dass gewaltige Natur­ereignisse, wie Sturm, Erdbeben usw. durch mächtige Geister verursacht werden und dass ausserdem die Natur von einer Unzahl kleiner Geister und Gespenster wimmelt. Der auf der Gazellehalbinsel dicht bei der kleinen Insel Matupi belegene Vulkan, welcher 1878 ausbrach, ist der Sitz eines^bösen Geistes »a kaie« und wird deshalb selbst Kaie genannt. Auch die flache Vulkaninsel in der Blanchebucht bei Dawaun, welche im gleichen Jahre zur Zeit des Vulkanausbruchs zum Schrecken der Eingeborenen aus dem Meere empor-