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Bilder aus der Südsee : unter den kannibalischen Stämmen des Bismarck-Archipels / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
213
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Kapitel XII.

In den Bainingbergen.

Mehrfache Fahrten brachten mich nach der West­seite der Gazellehalbinsel, wo die Bainingberge bis über 1000 m Höhe sich erheben. Das Gebirge führt seinen Namen von den »Baining«, Eingeborenen, welche ihre Niederlassungen ausschliesslich oben in den Bergen haben, und zwar bisweilen zur Küste hinabkommen, aber keine Kanufahrt kennen. Mit dem Namen Baining war bis in die letzten Jahre hinein der Begriff der Sklaverei auf das engste verknüpft. Die Baining lieferten das Material an Sklaven für die Küsten­bewohner der Gazellehalbinsel. In der Sprache der letzteren Eingeborenen ist »a baining« gleichbedeutend mit Sklave (auch »a vilavilao«, einer, der zu laufen hat).

Ich mag hier bemerken, dass ich eine entwickelte Sklaverei in keinem anderen Teil des Bismarck-Archipels gefunden habe. Vielfach werden in Neumecklenburg, Neuhannover, den Salomons- und den Admiralitätsinseln Gefangene nicht gleich abgeschlachtet, sofern sonst genügendes Menschenfleisch vorhanden ist, sondern eine Weile aufbewahrt, bis sie gleichfalls getötet und verzehrt werden. Ich habe auch auf den genannten Inselgruppen verschiedene Fälle konstatiert, in welchen lange Jahre hindurch solche Kriegsgefangene als Sklaven gehalten sind. Doch ist dieser Fall im