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Bilder aus der Südsee : unter den kannibalischen Stämmen des Bismarck-Archipels / von Heinrich Schnee
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Kapitel VI.

Zug gegen die Napaparleute.

Nicht immer beschränkte sich die Tätigkeit des Richters auf die friedliche Entscheidung und Schlichtung von Streitigkeiten. Bisweilen galt es auch mit der Waffe in der Hand Eingeborene für Mordtaten zu züchtigen und die Herstellung des Friedens mit Gewalt zu erzwingen. Bald nach meiner Ankunft erwies sich bewaffnetes Vorgehen gegen einen Stamm auf der Gazellehalbinsel als notwendig.

Die Eingeborenen von Napapar im Innern der Gazellehalbinsel, westlich vom Varzin, welche bereits früher wiederholt mit anderen Stämmen im Kampf ge­wesen waren, hatten gerade am Weihnachtstage 1898 die an der Küste des Weberhafens, nicht weit von der Niederlassung des weissen Händlers Strasser in Kabaira wohnhaften Eingeborenen überfallen und drei Leute getötet und aufgefressen. Der Händler in Kabaira fühlte sich in seiner Sicherheit bedroht und wandte sich an das Gericht um Hilfe. Eine Züchtigung der Na­paparleute war unbedingt notwendig, da bereits früher verschiedene weisse Händler in Kabaira ermordet waren und die neuerrichtete Handelsstation dortselbst ebensowohl wie andere Ansiedlungen auf der Gazelle­halbinsel bedroht erschienen, wenn die Tat der Napapar­leute, welchen ein Teil der früheren Ermordungen von Europäern zugeschriehen wird, ungesühnt blieb.