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Kapitel II.
Herbertshöhe und die Blanchebuchl.
Am Morgen des 11. Dezember 1898 bei Sonnenaufgang fuhr die »Stettin« in den Hafen oder vielmehr die Reede von Herbertshöhe ein. Der Anblick, der sich uns bot, war wundervoll. Rechts von uns glänzten die »Mutter« mit der »Südtochter« und der »Nordtochter« auf ihren beiden Seiten — so heissen die drei erloschenen Vulkane, welche auf der einen Seite die Blanchebucht begrenzen — gerade vor uns erstreckte sich die liebliche Blanchebai mit ihren Kokosnussplantagen, aus denen die weissen Häuser der Pflanzer weit hervorleuchteten, hinter uns wurde die Szenerie durch die hohen zackigen Berge Neumecklenburgs abgeschlossen, welche im Licht der Morgensonne bläulichviolett schimmerten. Es ist ein grandioser Anblick, der sich wohl den schönsten auf der Welt an die Seite stellen kann.
Allmählich lösten sich Boote vom Land, es erschienen die Leiter und Angestellten der Neu-Guinea- Kompagnie und der übrigen Firmen, endlich auch der Kaiserliche Richter Dr. Hahl, 1 ) der nach dreijähriger Wirksamkeit im Bismarck-Archipel seinen Heimatsurlaub antreten sollte und zu dessen Ablösung ich bestimmt
i) Seit Ende 1902 Gouverneur von Deutsch-Neuguinea.