Kapitel I.
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Uber Neu-Guinea nach Herbertshöhe.
Nach mehrwöchentlichem Aufenthalt auf Java trat ich im November 1898 von Batavia aus mit dem Dampfer »Stettin« des Norddeutschen Lloyd, Führer Kapitän Krebs, die Weiterreise nach dem Bismarck- Archipel an. Unterwegs wurden Samarang auf Java, wo wir einige hundert für die Plantagen der Neu- Guinea-Kompagnie in Kaiser-Wilhelmsland bestimmte javanische Kulis an Bord nahmen, ferner Makassar auf Celebes und die lieblichen Molukkeninseln Amboina und Banda angelaufen.
Fast zwei Wochen, nachdem wir Batavia verlassen hatten, näherten w'ir uns der grössten Insel der Welt, welche wohl eher ein Kontinent genannt zu werden verdient — Neu-Guinea. In der Ferne tauchten gewaltige Gebirgsketten auf, welche sich bläulich schimmernd von dem helleuchtenden Tropenhimmel abhoben. Beim Näherkommen verschwand diese Färbung, dafür erschien das Ganze, Flachland wie Gebirge, von einem gleichmässigen dunklen Grün bedeckt. Das Land macht mit seinen hochragenden Gebirgen und dem undurchdringlichen Urwald, der auch kein Fleckchen frei lässt, einen erhabenen und gleichzeitig düsteren Eindruck. Wir konnten den Anblick voll geniessen, da wir während eines grossen Teiles der Keise ziemlich nahe an der Küste, zunächst des holländischen —
Schnee, Südsee.
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