VII
Archipel, zum Teil wohl gerade infolge der stiefmütterlichen Behandlung in der Literatur, noch nicht entfernt in der Heimat diejenige Beachtung gefunden, welche diesem auf absehbare Zeit neben Samoa aussichtsreichsten Kolonialgebiet Deutschlands in der Südsee zukommt. Möge dieses Buch, in dessen Schlusskapitel die wirtschaftliche Entwicklung des Archipels einer Erörterung unterzogen ist, dazu beitragen, die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf das wertvolle Inselgebiet zu lenken.
Bei der Darstellung der Ereignisse ist die zeitliche Reihenfolge nicht streng innegehalten, insbesondere sind der Übersicht halber bei Schilderung der Expeditionen nach den verschiedenen Gegenden des Archipels die früheren Vorkommnisse und der Gang der weiteren Entwicklung in diesen Gebieten kurz mit dargestellt. Hierbei, wie bei dem Rückblick auf die Geschichte der Besiedelung des Archipels sind fast ausnahmslos die Angaben amtlicher Berichte zugrunde gelegt. Die im vierten Kapitel gegebene Liste der Mordtaten der Eingeborenen muss leider noch um zwei Fälle vermehrt werden, welche sich ereignet haben, während dieses Buch sich im Druck befand. Anfang 1904 wurde der australische Schuner »Will« in den Admiralitätsinseln von den Eingeborenen genommen und ein Teil der farbigen Besatzung desselben ermordet. Ferner wurde auf der Insel Durour die Station der Firma Hernsheim & Co. überfallen, wobei der Händler Reimers und zweiChinesen getötet wurden.
Einen Beitrag über Fauna und Flora des Archipels (Kapitel 16) dem Buch hinzuzufügen, hat mein Bruder, Dr. med. Paul Schnee in Grosslichterfelde, früher Regierungsarzt auf den Marshallinseln, sich bereit finden