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Bilder aus den deutschen Kolonien : Lesestücke / gesammelt u. bearb. i.A. der Deutschen Kolonialgesellschaft
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Solange indessen die Straßen fehlen, greift man, sobald es sich um größere Entfernungen handelt, am zweckmäßigsten zum Ban von Wald-Eisen­bahnen. Die Aufwendungen für derartige Anlagen einfachster Art machen sich ohne Zweifel bezahlt, sofern nur das Ausnutzungsgebiet entsprechend groß bemessen ist.

Eisenbahnanlagen zum Zwecke der Holzabfuhr sind uns in Ostafrika nicht mehr fremd, seitdem die Sigi-Export-Gesellschaft eine derartige Bahn in einer Länge von etwa 30 ll,r> im Bezirk Tanga hergestellt hat. Diese Bahn schließt an die Station Muhesa der Eisenbahnlinie Tanga-Mombo an und führt von da aufwärts in das Gebirge von Ost-Usambara zwecks Erschließung der dort vorhandenen Waldbestände.

Auf die Frage, innerhalb welchen Zeitraums die Abnutzung dieser etwa 250000 lla großen Urwaldfläche am zweckmäßigsten zu erfolgen hat, läßt sich eine bestimmte Antwort nicht ohne weiteres geben. Wenn man die fämtlichen dabei mitspielenden Unistände in Erwägung zieht, so wird man zwar eine vorderhand annehmbare Grundlage hierfür gewinnen können, diese wird aber sicherlich im Laufe der Zeit je nach Lage der Verhältnisse gewissen Schwankungen unterworfen sein. Angesichts der an sich weit hinter dem wünschenswerten Zustand zurückbleibenden Bewaldnngsverhältnisse Ostafrikas muß an der Wiederaufforstung der abgeholzten Flächen grundsätzlich festge­halten werden. Da indefsen die für eine künstliche Wiederaufforstung erforderlichen Kräfte und Mittel vorderhand nicht verfügbar sind, so ist bis auf weiteres auf eine wenig oder gar keine Kosten verursachende natürliche Verjüngungs­weise hinzuarbeiten. Diese Erwägungen führen zur Wahl einer Abnutzungs­weife, bei der nur ein Teil der vorhandenen Bäume, nämlich die stärksten und ältesten, abgeschlagen werden, während die mittleren und schwachen Stämme sowie der gesamte junge Nachwuchs als weiterhin bestandbildend erhalten bleiben. Die durch die Abholung einzelner Bäume oder ganzer Gruppen von Bäumen und Beständen entstehenden Lücken verjüngen sich durch Samenabfall auf natürlichem Wege von selbst; nur da, wo diese natürliche Verjüngung versagt, tritt eine künstliche Anbautätigkeit an ihre Stelle.

Es ist einleuchtend, daß bei einer solchen Betriebsweise nach Verlauf eines gewissen Zeitraumes ein Teil der stehen gebliebenen Bäume und des Nachwuchses soweit erstarkt ist, daß eine zweite Nutzung in derselben Weise stattfinden kann nsf. Alan darf annehmen, daß in Ostasrika ein Zeitraum von 50 Jahren hierzu ausreichend ist, mit anderen Worten: Man ist be­rechtigt, der geplanten Wirtschaft für den zunächst vorliegenden Zeitraum einen 50 jährigen Umtrieb zugrunde zu legen.

Kolonialblatt: Aus einem Berichte des kais. Oberförsters.

7. 2m 5ckumC-Vöal6.

Die weiten Waldungen, namentlich auf den Höhen des West-Usambara- gebirges, drängen der Regierung beinahe die Pflicht auf, in verständiger Waldkultur diesen wertvollen Besitz zu erhalten und wirtschaftlich zu ver­werten. Die Station Wilhelmsthal ist deshalb gleichzeitig Sitz der Forst-