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Dem Eingeborenen der australischen Inselwelt ist die Kokospalme auch sonst für sein Leben von höchstem Werte. Sie nährt ihn und tränkt ihn mit ihrer Frucht, sie liefert ihm das Holz zu seinem Hause, zu seinem Boote und zu vielerlei Geräten, sie deckt mit ihren Blättern das Dach seiner Hütte, gibt ihm zu deren Auskleidung die Matten, kleidet ihn wohl auch mit dem Bast ihrer Rinde und läßt ihn ihr Fasergewebe zu allerlei Arbeiten verwerten.
Nach Salesius und v. Beck.
b. Die liolcinuh.
Nachrichten über die Kolanuß, dieses wichtige und unentbehrliche Gewächs Afrikas, sind schon ziemlich früh nach Europa gekommen. Am Ende des 16. Jahrhunderts führten die Portugiesen das Genußmittel als ein gesuchtes Tauschobjekt nach Jnnerafrika, und schon damals lief das portugiesische Sprichwort um: „Wer kostet von der Kola, bleibt in Angola". Zur selben Zeit kamen die ersten Kolanüsse nach London. Die Bekanntschaft mit dem Baume, der diese Nüsse trägt, ist natürlich viel jünger und erst im 19. und unserem Jahrhundert eine genauere geworden. Seine ursprüngliche Heimat ist die Westküste Afrikas; aber das Lieblingsgewächs der Neger ist schon vor langer Zeit von ihnen nach Amerika verpflanzt worden. Und England hat nicht nur in seinen afrikanischen Kolonien, sondern auch in den indischen, amerikanischen und australischen Ländern und Inseln bedeutende Kola-Anpflanzungen gemacht.
Der echte Kolabaum ist ein weit über die Äquatorläuder Westafrikas von Sierra Leone bis zum Kongo und bis in Entfernungen von 700 bis 800 üirr von der Küste vorkommender schöner Baum, der 10 bis 20 ru erreicht und in seiner Erscheinung mit seiner dicken grauen Rinde und den niedrig hängenden Ästen fast an unsere echte Kastanie erinnert. Die Kola scheint sich recht verschiedenen Böden anzupassen und flieht allein sumpfige und Überschwemmungen ausgesetzte Gebiete. In seiner eigentlichen Heimat Westafrika ist der Kolabaum sehr anspruchslos und nimmt mit dem allerschlechtesteu Boden vorlieb, wenn er nur nicht unter Nässe leidet. Die Kola bedarf eines warmen und feuchten Klimas, und wenn sie sich auch von der Nachbarschaft des Meeres bis zu Höhen von 1100 bis 1500 irr findet, so bekommt ihr doch am besten die Lage zwischen 300 und 600 in.
Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, indem man die größten und reifsten auswählt. Die jungen Pflanzen erscheinen nach 3 bis 5 Wochen; man läßt sie wachsen, bis sie 30 ein hoch sind; dann muß man ausdünnen, indem man die Hälfte der Pflänzlinge in ein neues Beet einsetzt und wachsen läßt, bis sie fast 1 in hoch sind. Die letzte Verpflanzung findet im Beginn der Regenzeit statt. Da die jungen Pflanzen des Schattens bedürfen, ist es nötig, wenn kein natürlicher Schatten vorhanden ist, einige Monate vorher Bananen zu pflanzen. Man hat so den Vorteil, Vorernten zu erhalten, aber die Bananen erschöpfen den Boden. Man Pflanzt sie 3 bis 3V? in voneinander zwischen die Kolabäume. Eine einmal eingerichtete Pflanzung