Druckschrift 
Das Deutschtum im Ausland / Hermann Weck
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

beruht, die nicht nur wirtschaftlicher Art sind, sondern auch sittliche werte des Volkstums betreffen. Deutschtum und Islam, miteinander treu verbunden, werden einer der Grundsteine für den Bau des Weltfriedens sein.

*

Indien.

Indien steht vor der Gedankenwelt der Europäer da als ein Land träumender Sehnsucht, Sehnsucht dessen, der nach Golde giert, aber auch der Sehnsucht, die nach Palmen und schneebedeckten Gipfeln schaut und über dem Äreuz des Südens alle Schätze der Erde vergißt. Bei dem Bilde Indiens spürt deutsches Sinnen etwas wie Urverwandt­schaft. Ist doch ein Hochland die gemeinsame Heimat, von der das eine volkstum in die üppigen Niederungen an den Meeren des Südens hinabgestiegen ist, während wir auf dem härteren, kälteren weg nach Nordwesten haben wandern müssen. Solche Gedanken und Empfin­dungen lassen sich mit strenger Wissenschaft schwer erfassen und kaum begründen. In dem halb unbewußten Empfinden des Volkes führen sie aber, still und tief, ein wirksames Leben.

Indien ist für den Weltverkehr nicht so unmittelbar wichtig wie die Türkei. Es kann keine Straßen sperren, ohne die es nicht weiter­geht. Wert verleiht diesem Lande nur sein gewaltiger Reichtum an allerhand Dingen, die auf dem Markte der Völker viel gelten.

was zurzeit an deutschem Wesen in Indien lebt, hat bereits bei der Darstellung -es Deutschtums innerhalb -es britischen Reiches Erwähnung gesunden. Einstweilen unterliegt Indien der britischen Herrschaft, und das Deutschtum findet daher den freien Zugang zu indischem Volkstum versperrt, wie auf der anderen Seite die Inder daran gehindert werden, deutsches Wesen kennenzulernen.

Jahrhundert um Jahrhundert hatte in diesem von der Natur so selten verschwenderisch bedachten Lande ein friedliches Volk sich immer tiefer in ein stilles Dasein eingesponnen, und es hatte sich eine Lebens­anschauung aufgebaut, die von allen bisher erdachten die beruhigendste