großen Völkergemeinschaften Asiens sind im Grunde zugleich Glaubens- gemeindrn. Darin tritt uns das Monumentale in den Verhältnissen Asiens gewaltig entgegen. Achthundert Millionen Menschen, in drei großen Rassen und zugleich drei großen Glaubensbekenntnissen vereinigt — wie ein heiliger Schauer weht es aus den Gedanken her, daß Volkstum und Glaube in Asien noch so ungeheure Menschenmengen zu gemeinsamem Leben verbinden.
Der Islam.
Völker, die sich jahrhundertelang bekämpft, aber gegeneinander behauptet haben, pflegen allmählich in ein freundliches Verhältnis zueinander zu kommen. So ist es auch mit dem Deutschtum und den Vsmanen. Die beiden Stämme haben sich in zahllosen Rümpfen gegenübergestanden, beide haben sich ihre staatliche Selbständigkeit gewahrt und sind mit der Zeit aus Erbfeinden Freunde geworden.
Das Zeitalter der Lreuzzüge und der Türkenkriege ist für immer vorbei. Alle Reibungsflächen zwischen dem Deutschtum und den Vsmanrn haben sich abgeschliffen, und politisch wie wirtschaftlich verbindet sie viel Gemeinsames. Dazu kommt, daß ihrem Volkstum Eigenschaften gemeinsam sind, dir eine Verständigung erleichtern. Alle Tugenden, die man in den Begriff kriegerisch zusammenfassen kann: stolz, stark, tapfer — innerhalb des Deutschtums wie in dem Reich des Äalifen sind sie besonders entwickelt, und gemeinsam ist beidem volkstum auch eine vornehme Art, gerecht zu denken und zu handeln. Es gibt wohl kaum ein Volk fremder Rasse, das dem Deutschtum bisher so viel Verständnis und Neigung entgegengebracht wie Türken, Araber und Perser.
In Europa hatte man sich schon daran gewöhnt, den Beherrscher aller Gläubigen als einen kranken Mann zu betrachten, dessen Tage gezählt seien, und der sein Dasein nur noch von der Uneinigkeit der europäischen Großmächte friste. Der Überfall der Balkanslawen schien solche Auffassung zu bestätigen; es zeigte sich aber bald, daß man sich
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