Druckschrift 
Das Deutschtum im Ausland / Hermann Weck
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

Gemeinsames.

Asien und Europa zwei Welten, die grundverschieden sind und einander kaum verstehen können.

wir Europäer neigen dazu, unsere Kultur als die höhere zu be­trachten. Gebildete Asiaten tun das gleiche und sehen in den Weißen die Barbaren. Begnügen wir uns daher zunächst mit der Feststellung, daß die Kultur Europas eine andere ist als die Asiens.

worin liegt der Unterschied?

Ein Blick auf die Landkarte gibt uns auch hier die Antwort. Asien ist eine ungeheure Masse von Land, breit, tief, ein Binnenreich mit großen, einfachen Grundlinien Europa dagegen ist Küstenland, mit kleinen Maßen, aber dafür desto reicherer Entwicklung aller Ver­schiedenheiten. Aus solcher Beschaffenheit des Landes hat sich die Eigen­art seiner Bewohner entwickelt. Asien Vorherrschen der Masse, einförmig, aber gewaltig, Europa Ausbildung aller Unterschiede, nicht nur der einzelnen Volksstämme, sondern auch der einzelnen Menschen innerhalb der Volksgemeinschaft. Asien die große Ruhe, das Verweilen am Ort, das Versinken in sich selbst, Europa eine Unruhe, die um die ganze Welt schweift, Sehnsucht nach der Ferne, unermüdliche Tat! Zwei Richtungen menschlichen Seelenlebens, die einander entgegengesetzt verlaufen! Ist es ein Wunder, daß die Men­schen dieser beiden Welten sich so schwer verstehen können?

Bisher hat es wohl auch an dem rechten willen gefehlt, einander zu verstehen. Dem Eroberer Asiens, dem Briten, lag gar nichts daran, die Menschen im Osten zu verstehen. Er wollte sie nur beherrschen oder Geld an ihnen verdienen. Im übrigen sah er kalt über sie hinweg. Er kam mit ihnen nur insoweit zusammen, als es nötig war, mit ihnen zu handeln oder sie zu bändigen. Mögen sie uns hassen, wenn sie uns nur fürchten das war Englands Standpunkt gegenüber Asien, wie gegenüber allen fremden Rassen der Welt. Mit der un­bedingten Furcht vor der Gewalt des weißen Mannes ist es aber vor­bei. Darüber darf man sich nicht mehr täuschen. Es gilt, die rohe Gewalt durch die Macht innerlicher Überlegenheit zu ersetzen. Oder

-40