Wicklung auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Die endgültige Grenze zwischen «Österreich und Italien steht auch heute noch nicht fest. Gegen Osten haben dir Habsburger infolge der Teilung Polens die Mitwirkung an einer außerordentlich schwierigen Aufgabe erhalten, die ebenfalls noch ungelöst ist und hoffentlich durch den gegenwärtigen Rricg eine endgültige Lösung erhalten wird. Gegen den Süden hin hat sich, nachdem die Türkengefahr für immer beseitigt worden war, die Unsumme der schwierigen Probleme erhoben, die man unter dem Wort Balkanfrage zusammenfaßt, und die das ganze letzte Jahrhundert hindurch der Wetterwinkel gewesen sind, von dem her Äriegs- wolken Europa und jetzt auch die ganze Welt bedroht haben.
Dieser Überblick über die geschichtliche Entwicklung unseres Nachbarstaates zeigt, wie seine Aufgabe sich nicht nur auf innerstaatliche Dinge, insbesondere auf die Erhaltung des Staatsgedankcns in einem so verschiedenartigen Gemisch von Völkerschaften beschränkt, sondern wie gerade dieser Staat einen Lreuzungspunkt der verschiedensten Grenz- fragen Europas bildet, und zwar sowohl in der Richtung von Westen nach Osten wie von Norden nach Süden. Daraus wird ohne weiteres klar, wie tief die Bedeutung «Österreich-Ungarns für alle weitere Entwicklung des Deutschtums nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt sein wird.
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Die Schweiz.
wie kommt es, daß es einem so kleinen Staatswesen wie der Schweiz gelungen ist, durch alle wirren und Lämpse, die in den letzten sechs Jahrhunderten Europa durchfurcht haben, seine staatlich« Selbständigkeit zu bewahren? Der Grund ist wohl in der eigenartigen Lage des Staatsgebietes, in der Äernhaftigkeit seiner Bewohner, endlich aber auch in der Uneinigkeit der Großmächte zu suchen, deren keine der anderen den kleinen, aber wertvollen Besitz dieses Berglandes gönnte. Im Mittelalter hatte die Schweiz freilich viel größere Bedeutung als heute. Sie bildete den Durchgang von Deutschland nach Italien, und