Druckschrift 
Das Deutschtum im Ausland / Hermann Weck
Entstehung
Seite
26
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Macht über die Welt zu erlangen, sondern wie es nur bemüht sei, vorbildlich zu wirken.

Der Ausbruch des Lrieges hat uns gezeigt, daß wir uns gründlich geirrt haben. Au unserem Staunen und Befremden sahen wir plötzlich, daß wir nirgends geliebt und geachtet waren, ja, daß man im Gegen­teil sich fast überall ohne weiteres auf die Seite unserer 8einde stellte.

wenn es uns auch gelungen ist, dem Ansturm einer ungeheuren Übermacht, wie sie uns bedrohte, standzuhalten, wmn es uns auch gelingen wird, nicht nur «inen ehrenvollen, sondern einen vorteil­haften 8neden zu erzwingen eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zukunft bleibt es doch, die öffentliche Meinung der Welt zu einem anderen Urteil über uns zu bringen, sie erkennen zu lassen, was das Deutschtum in -er Welt gilt und will, und aus solcher Erkenntnis Achtung und Liebe in der Welt zu ernten. >

In erster Reihe sind für das falsche Urteil über uns wir selbst ver­antwortlich zu machen.

8ür dir Auffassung, die ein volkstum von einem anderen gewinnt, sind, ähnlich wie im Verkehr zwischen den einzelnen Menschen, in erster Reihe die Eindrücke maßgebend, die man beim Umgang von­einander erhält, und diese hängen, beim einzelnen wie beim Volk, wesentlich davon ab, in welchen 8ormen sich der Umgang vollzieht.

Völker kommen in der Hauptsache auf drei Gebieten miteinander in Berührung: erstens durch ihre Diplomatie, zweitens mit ihrer presse, drittens im Reise- und Handelsverkehr.

Die Diplomatie, insbesondere des Deutschen Reiches (mehr als die der übrigen Staaten des Deutschtums), hat bisher noch nicht den Anforderungen entsprochen, die eine Weltmacht wie das Deutschtum an seine diplomatischen Vertreter stellen kann und muß. Ganz all­gemein gefaßt, darf man wohl sagen, unsere Diplomatie hab« durch eine vornehme Zurückhaltung das Aufkommen freundschaftlicher Be­ziehungen gehemmt, auf der anderen Seite durch Mangel an Auf­merksamkeit für «ine ganze Reihe von Vorgängen im eigenen wie im fremden Land«, zum Teil vielleicht auch durch den Mangel großer diplomatischer Ziele, im Ausland nicht das Ansehen erreicht, was

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