Druckschrift 
Das Deutschtum im Ausland / Hermann Weck
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

aller Geburten in Deutschland sind unehelich! Ein Zehntel der im Reiche lebenden Deutschen entbehren der wohltat und des Schutzes, den das eheliche Lind in der Familiengemeinschaft seines elterlichen Hauses findet. Hier hat man noch viel zu tun!

Abgesehen aber von dieser einen schweren Frage hat sich das Familien­leben des Deutschtums rein und schön ausgebildet. Man braucht hier­über nicht viel Worte zu machen; wer deutsch fühlt und denkt, wer deutsches Familienleben kennt, und wer selbst bestrebt ist, innerhalb seines Hauses alles pflichttreue, Sinnige und Heimliche deutscher Art zu pflegen, der empfindet, gleichviel welchem Stamme des Deutschtums er angehört, daß hier eine tiefe Wurzel gemeinsamer Rultur verborgen liegt.

Arbeit.

Zu den werten, die uns aus grauer Vorzeit her heilig sind, gesellt sich etwas, das im Laufe der Jahrhunderte tiefe Wandlungen durch­gemacht hat, das wir uns erst langsam als einen Wert gestaltet haben, und über das wir zum Teil noch im Äampfe stehen. Das ist die Arbeit.

Ist es nicht bezeichnend, daß alle alten Glaubensgemeinschaften der Welt dem Menschen als Lohn für sein irdisches Dasein ein Leben nach dein Tode versprechen, das frei von Arbeit ist) Ein Leben, in dem jeder nach Gutdünken die Zeit verbringen kann, wie es ihm gerade gefällt, in dem er nicht gezwungen ist, noch um seinen Unterhalt zu sorgen und für ihn zu schaffen) Dieser gemeinsame Grundgedanke der alten Religionen deutet darauf hin, daß in den Zeiten, da solche Mythen entstanden, der Mensch die Arbeit um den Unterhalt als eine Last empfand, die nur auf dieser Erde seine Schultern drücken sollte. Aus dem tierischen Urzustand einfache Bedürfnisse, natürliche vorhandene Mittel zu ihrer Befriedigung, die aber zum Teil durch Äampf ge­wonnen werden mußten hatte sich mit der Zeit die Notwendigkeit herausgebildet, die Mittel zum Unterhalt durch Arbeit zu gewinnen.