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Das Deutschtum im Ausland / Hermann Weck
Entstehung
Seite
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als hundert Jahren mancher brave deutsche Mann in den Lerker wan­dern müssen, nur deshalb, weil er zu sagen wagte, was er dachte! Und doch gibt es noch heute Mächte in der Welt, die den freien Ge­danken und das freie Wort ächten wollen und den Menschen vor­schreiben, was sie denken dürfen. Und im Osten Europas herrscht noch heute eine Staatsgewalt, die mit grausamem Zwang alles unterdrückt, was ihr nicht gefällt. Die Freiheit, ohne die wir nicht mehr leben wollen, ist die nicht auch heute bedroht) Und ist das Deutschtum nicht der Hort dieser Freiheit?

Als drittes ist zu sagen: unserem Glauben ist eingeboren, was den Lern aller Sittlichkeit ausmacht, der Gedanke der Pflicht!

Staat.

Glaube und Staat hängen eng zusammen. Sie sind dir ältesten Gemeinschaftswerte der Menschheit. Ob auch gerade die Deutschen ihren Glauben als etwas höchst persönliches auffassen, er ist doch ein Wert der Gemeinschaft, denn er bringt, wie nichts anderes, den ein­zelnen mit der Gesamtheit in Verbindung. Vielleicht kann man sogar sagen, Staat und Glaube seien ein und dasselbe: der Glaube die innerliche, der Staat die äußere Verbindung von Volksgenossen zu einer Einheit sittlichen wollens und Handelns.

Die Eigenart deutschen Staatslebens zeigt sich denn auch, ebenso wie die des Glaubens, zunächst in einer beispiellosen Zersplitterung.

Das staatliche Leben des Deutschtums hat sich, in seinen Grundzügen dargestellt, so entwickelt: Aus der Völkerwanderung, diesem großen Aufbrausen der wogen germanischen Volkstums, gingen Ströme hervor, die allenthalben in die damals bestehenden Staaten Europas eindrangen, ihren Bau zerstörten, aber durch Verschmelzung mit dem ansässigen Volkstum neue Völker und Staaten erstehen ließen. Aus solcher Verbindung von bodenständigem volkstum und germanischer Einwanderung sind die Mächte Westeuropas entstanden, die uns heute fremd oder gar feindlich gegenüberstehen, die Briten, Franzosen, Ita-

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