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Das Deutschtum im Ausland / Hermann Weck
Entstehung
Seite
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Deutschtum.

Alles, was menschliches Denken in Jahrtausenden mühevoller Arbeit sich gewonnen hat, verstummt jetzt vor dem einen, das man eher erleben, als mit Gedanken erfassen kann:

Volk Menschen von gleichem Stamme, von gleichem Blut.

Ob sie auch in dem gewohnten Gang friedlichen Lebens geschlummert hat, überwuchert von unzähligen Kleinigkeiten der Oberfläche, in einer Zeit, wie wir sie jetzt erleben dürfen, bricht sie mit einer Gewalt hervor, die nichts zu dämmen vermag: die Äraft eines gesunden Volkstums. Eine innere Verwandschaft, nicht gewollt, kaum be­wußt, zwingt uns mit der Selbstverständlichkeit alles Natürlichen zusammen, wie ein unsichtbarer Strom ist es über die ganze Erde hingegangen, über alle, die deutsch sprechen und deutsch denken. Sie fühlen: es gilt etwas, an dem sie alle Anteil haben.

So mancher Deutsche, der in der Fremde sxjne Herkunft schon fast vergessen hatte, spürt er nicht wir ein Zittern in seinen Tiefen, wenn er denkt, dieser Krieg könne das Deutschtum vernichten? Und reckt er sich nicht unwillkürlich in die Höhe, wenn ihm vor Augen tritt, wie deutsche Art den fremden Angriff niederringt?

Über das kleine Erleben des eigenen Ich hin hat sich die Erkenntnis erhoben, daß es jetzt nur noch das Ganze gilt. wir alle, die wir uns Deutsche nennen, wir haben noch nichts erfahren, was dieser Er­kenntnis gleicht, wie Blätter empfinden wir uns jetzt an dem mächtigen Baum unseres Volkes, wenn vordem die Sonne auf solch ein Blatt schien, der wind es knickte oder gar vom Aste riß, dann meinte der, den es traf, es geschehe etwas Großes in seinem Dasein. Jetzt erleben wir einen Sturm, der den ganzen Baum in seinen Grund­festen erschüttert, einen Sturm, der durch unser aller Seelen geht. Das ist das Große an dieser Zeit, die uns geeinigt hat, in einer Not, zu einer Tat.

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