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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Vierter Teil. Die Erschließungsexpeditionen.

Rückzug des Dr. Grüner nach Bassari.

Vorberei­

tung.

der Häuptling von Bapure mit seinen Leuten zum Feinde über, so daß sich die Lage des Dr. Grüner, der nach dem erlittenen Ver­luste nur noch über 13 Soldaten (darunter 6 unausgebildete) ver­fügte, in Bapure immer schwieriger gestaltete.

Nachdem er im ganzen etwa drei Wochen auf die erhoffte Hilfe von der Küste vergeblich gewartet hatte, zog er sich über Banjeli nach Bassari zurück, um nicht auch von Süden her abge­schnitten zu werden. Er traf dort am 19. Juli 1897, ohne ange­griffen worden zu sein, ein und blieb auf der Station, um das Ein­treffen von Verstärkungen abzuwarten. Unterwegs war der Sergeant Brütsch zu ihm gestoßen, welcher ihm als Stations­assistent zugeteilt war und sich, nur von einem bewaffneten Post­boten der Station Sansane-Mangu begleitet, auf dem Marsche nach Mangu befand.

Auf die Nachricht von der mißlichen Lage des Dr, Grüner eilte der in Dako befindliche Bergassessor Dr, Hupfeid, welcher sich mit einer Privatexpedition (Douglassche Togo-Expedition) im Hinterlande von Togo befand, nach Bassari und verstärkte durch seine Leute die Station.

Infolge der Mißerfolge und des Rückzuges Dr. Gruners war die Lage im Hinterlande eine recht ernste geworden. Die über Bapure und Kabu nach Mangu führenden Straßen waren durch die Konkomba gesperrt, deren Hauptkräfte, etwa 2000 an der Zahl, sich bei Bapure zusammenzogen. Oberleutnant Thierry war jetzt in Gurma vollständig von jeder Verbindung mit der Küste abge­schnitten. Auch war zu befürchten, daß die unruhigen Stämme in Mangu und Gurma durch die Kunde von Gruners Mißerfolg er­mutigt, Thierry feindlich gegenübertreten würden.

27. Feldzug des Oberleutnants d. R. v. Massow gegen die Konkomba 1897/98.

Die Nachricht von dem Aufstand der Konkomba und das An­suchen des Dr. Grüner, einen Weißen mit 30 Soldaten nach Bas­sari zu entsenden, ging in Lome gerade ein, als der Oberleut­nant d. R. v. Massow, der für den auf Urlaub reisenden Ober­leutnant Graf Zech auf Neuhofen die Station Kete-Kratschi über­nehmen sollte, seine Vorbereitungen zum Abmarsch traf.