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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Vierter Teil. Die Erschließungsexpeditionen.

Veran­

lassung.

Marsch nach Bapure.

Posten in Matschakuale und gründete in Pama eine deutsche Sta­tion, die er trotz mancherlei Schwierigkeiten und Reibereien mit den Franzosen und den von ihnen auf gehetzten Eingeborenen so lange besetzt hielt, bis er von der durch den Vertrag von Paris am 23, Juli 1897 erfolgten Abtretung Gurmas an Frankreich Kennt­nis erhielt. (Vgl. S, 151.)

26. Zug des Dr, Grüner nach Bapure 1897.

Am 22. Juni 1897 trafen in Sansane - Mangu Boten von der Station Bapure ein mit der Meldung, daß Konkomba-Leute den Häuptling von Bapure angegriffen hätten, worauf er in die deutsche Station geflüchtet wäre. In der darauffolgenden Nacht sei diese ebenfalls angegriffen und ein Polizist schwer verwundet worden. Die Angreifer wären nach Ausplünderung der Umgegend vor­läufig wieder abgezogen.

Das Konkomba-Land ist ein außerordentlich dicht bevölkertes Land und reich an guten Farmen und Vieh. Die Konkomba selbst sind ein wildes Buschvolk, das den offenen Kampf vermeidet und nächtliche Angriffe liebt. Wenn sie während des Tages angreifen, dann tun sie es nur aus wohl vorbereitetem Hinterhalte und ziehen sich sofort mit großer Schnelligkeit in ihre Schlupfwinkel zurück, wenn der Überfallene ernstlichen Widerstand leistet. Sie fechten nicht geschlossen, sondern zerstreut, und umringen den Gegner von allen Seiten, ihn mit ihren starkvergifteten Pfeilen überschüt­tend. Sie also wirklich nachhaltig und entscheidend zu schlagen, mußte einen bedeutenden Kräfte- und Zeitaufwand erfordern.

Dr. Grüner, der diesen Gegner richtig einschätzte, bat daher die Landeshauptmannschaft durch Eilboten um sofortige Besetzung von Bassari durch einen Europäer und 30 Soldaten, sowie um Übersendung von 20 Karabinern zur Bewaffnung von Trägern, und um mindestens 20 Kisten Patronen, da die eben erst hergestellte Verbindung Mangus mit Kete-Kratschi durch die Konkomba ernst­lich gefährdet sei.

Dr. Grüner selbst brach am 23. Juli 1897 mit 21 Soldaten darunter 8 ganz neu eingestellten Rekruten und 22 Stations­arbeitern, von denen 8 bewaffnet waren, nach Bapure auf. In Sansane-Mangu blieben nur einige Kranke, 4 Soldaten und 5 Ar-