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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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20. Zug des Oberlts. Graf Zech auf Neuhofen nach Salaga 1896. 99

diesen Bestrebungen mit Erfolg entgegenarbeiten zu können, empfahl er bei der Landeshauptmannschaft die Anlage einer größeren Station in Paratau. Nur durch die Stationierung eines Europäers daselbst erschien es ihm möglich, die französischen Ein­flüsse auf der wichtigen TschaudjoSugu-Route auszuschalten. Diese Station wurde dann im Jahre 1897 gegründet.

20. Zug des Oberleutnants Graf Zech auf Neuhofen nach Salaga 1896.

Im Mai 1896 unternahm Oberleutnant Graf Zech von Kete- Verlauf Kratschi aus eine Reise zur Erforschung des oberen Volta. In ** es u ß es ' Gjegi (Yegi) angekommen, beschloß er, einen Abstecher nach Sa­laga zu unternehmen, um die bisher nur von dem Engländer Lans- dale begangene Route GjegiSalaga kartographisch aufzunehmen, sowie die von Oberleutnant v. Carnap in letzterem Orte zurück­gelassenen Lasten (siehe S, 92) nachzusehen und sich bei dieser Gelegenheit über die politische Lage in diesem Teil der neutralen Zone zu informieren. Seine Forschungsreise gedachte er später voltaaufwärts fortzusetzen. Am 23. Mai 1896 brach er mit einem Unteroffizier, 15 Soldaten und einem Dolmetscher von Gjegi auf und erreichte Salaga am 24. desselben Monats.

Nach seiner Ankunft ritt Graf Zech, nur begleitet von einem Vorgänge in Dolmetscher, 2 Soldaten und einem Pferdejungen, der die Kpem- P s a laga. bissprache und die dortige Trommelsprache verstand, nach dem nahen Häuptlingssitz Kpembi, um dem Oberhäuptling Isafa (Ka- waki) seinen Besuch zu machen. Um etwaige Gerüchte über kriegerische Absichten zu zerstreuen und um jedes Mißtrauen von vornherein auszuschalten, begab sich Graf Zech mit seinen Be­gleitern unbewaffnet nach Kpembi.

Vor dem Häuptlingshause mußte er wohl % Stunden warten, ehe Isafa erschien. In dieser Zeit hatte sich viel Volk aus dem Orte, darunter etwa 80 mit Gewehren bewaffnete Leute, um ihn angesammelt. Die großen Sprechtrommeln wurden unaufhörlich gerührt. Die Bedeutung der getrommelten Worte, die der Pferde­junge dem Grafen Zech übersetzte, war etwa folgende:Ich (Isafa) bin ein mächtiger König, ich habe Pulver und Gewehre, ich habe Patronen, kommt alle zusammen und fangt den weißen

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