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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Erster Teil. Überblick über die Geschichte des Schutzgebiets.

Expeditioner des Haupt­manns v. Francois 1888/89.

reich mit Jendi kam an Togo, das Gondjareich mit Salaga und das Karagareich fiel an die Goldküsten-Kolonie. Gleichzeitig wurde das nördlich der bisherigen neutralen Zone gelegene Hinterland in der Weise geteilt, daß die Gebiete von Tschokossi an Deutsch­land, die Gebiete von Mamprussi aber an England fielen. Die genauere Bestimmung der Grenzlinie wurde einer gemischten Kommission an Ort und Stelle Vorbehalten (S. 35). Damit hatte das Schutzgebiet Togo im wesentlichen seine jetzige Gestalt erhalten.

3. Erforschung des Landes.

Bald nach der Besitzergreifung der Küstenstriche setzte die Erforschung des Hinterlandes ein. Bereits im Jahre 1887 wurden von dem Kommissar Falkenthal, dem Sekretär Grade und Dr, Hen- rici Reisen in die der Küste zunächst liegenden Landschaften unternommen,

i Am 3. Februar 1888 trat dann der Königlich Preußische Haupt­mann im Colbergschen Grenadier-Regt. Nr. 9, Curt v. Francois*) von Bagida aus die erste amtliche Forschungsreise in das nordwest­liche Hinterland an. Mit nur wenigen Trägern und ohne Soldaten marschierte er über Lome und Kewe durch Agotime nach Agome- Palime, überschritt zwischen letzterem Orte und Tongbe auf dem später nach ihm benannten Paß das Togogebirge und erreichte über Kpandu und Kratschi am 3. März 1888 Salaga. Hier bemühte sich eine englische Expedition von zwei Europäern, darunter ein Arzt, und 50 Soldaten bereits seit Anfang Februar vergeblich, einen Schutzvertrag abzuschließen, nachdem ihr dieses vorher in Kpandu und Kratschi gelungen war. Nach zehntägigem Aufenthalt ging v. Frangois weiter über Jendi, die Hauptstadt des mächtigen Da- gombareiches, nach Gambaga in Mamprussi, durchzog das Grussi- gebiet (Gurunssi) und erreichte am 19. April 1888 Sürma in Mossi. Hier setzten die Eingeborenen seinem Weitermarsche so hart­näckigen Widerstand entgegen, daß Hauptmann v. Frangois, der ja über keinerlei Machtmittel verfügte, um seinen Durchzug zu er­zwingen, umkehren mußte, ohne daß es ihm gelang, mit den Mossi-

*) v. Fran<;ois ging später nach Südwestafrika und führte als stellver­tretender Gouverneur 1894 den Feldzug gegen Witboi (Naukluft), bis er von Leutwein abgelöst wurde.