mehr und mehr dem Warenverkauf gegen Geld zu weichen: auch die Komis verlieren hier ihren Wert und machen englischen und arabischen Gold- und Silbermünzen Platz.
Das Somallarid.*)
Das Somalland ist uns zum größten Teile noch unbekannt; vorwiegend ist es ein Hochland, das nach der Küste sanft abfällt. Vom Meere aus gesehen, macht es einen sehr öden Eindruck, denn die Küste ist kahl, trocken und sandig; nach dem Innern zu nimmt jedoch die Fruchtbarkeit mehr und mehr zu, und man trifft die herrlichsten Weideplätze und schönsten Waldungen. Nach Osten und Südosten fließen einige Gewässer, von denen jedoch die meisten nur zur Regenzeit das Meer erreichen. Der Webbi ist nicht imstande, die Hügelkette, welche längs des Strandes sich hinzieht, zu durchbrechen; etwa 40 Ml. folgt er der Richtung des Höhenzuges und verläuft schließlich im Sande. Der Juba jedoch, welcher etwa unter dem Äquator mündet, ist so wasserreich, daß selbst größere Fahrzeuge ihn eine weite Strecke befahren können, und er bildet daher auch etwa drei Monate lang für die arabischen Handelsleute eine bequeme Wasserstraße in das Innere. An seinen Ufern, an denen nur wenig Ortschaften liegen, ziehen sich schöne, von Affen und Vögeln belebte Palmwälder hin, und in seinen Fluten führen Krokodile und Flußpferde ein ruhiges und ungestörtes Dasein.
*) Durch die im September und November des Jahres 1885 abgeschlossenen Verträge mit Häuptlingen der Somal hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft den Küstenstrich vom Kap Gardafui bis zum Witulande in einer Breite von etwa 20 Tagereisen landeinwärts erworben. Die Grenzen sind bis jetzt noch nicht genau festgesetzt worden. Da die Verträge von feiten des Deutschen Reiches bisher nicht anerkannt worden sind, hat, wie neuere Nachrichten melden, Italien über das Sultanat Obbia von 4" 3tv nördl. Br. im Süden bis an das Sultanat Halule im Norden am 8. Febr. 1889 die Schutzherrschaft ausgesprochen.