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Die deutschen Kolonieen : Beschreibung von Land und Leuten unserer auswärtigen Besitzungen / von Carl Hessler nach den neuesten und besten Quellen bearb.
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ihrer Träger haben. Aber auch durch Fieber und Kämpfe wird eine Karawane manches Trägers beraubt.

Die Flusse werden, da sie meist einen zu raschen Lauf und klippige Ufer haben, zur Regenzeit oft plötzlich stromartig anschwellen, von den Eingeborenen nicht als Verkehrswege benutzt. Ansiedelungen findet man in den Flußthälern wegen des hier herrschenden ungesunden Klimas nur in geringer Zahl, und auch die Karawanen vermeiden es aus diesem Grunde, ihren Weg an Flußuferu entlang zu nehmen.

Von dem Küstenorte Bagamoyo aus führen verschiedene Wege zum Tanganjika, die auch von vielen Afrikareisenden benutzt worden sind. Burton und Speke zogen in den Jahren 1857 und 1858 längs- des Kingani nach den Hochgebirgen von Usagara und Ugogo empor. Stanley, der im Jahre 1871 sich aufmachte, Livingstone auszusuchen, überschritt den Kingani und zog über Rosako nach Usagara, und Cameron, der denselben Zweck verfolgte, nahm seinen Weg zwischen dem Stanleys und dem Kingani. Udschidschi am Tanganjika ist gewöhnlich das Ziel und der Ausgangspunkt von und nach der Küste. Einer der wichtigsten und bekanntesten Wege von Sansibar nach Udschidschi führt über den bedeutenden Handelsort Tabora (Kaseh) in Unjamwesi. Tabora liegt in einer weiten, von Hügeln und Höhen umgebenen Ebene; zur Regenzeit wird der Ort stellenweise überschwemmt und gehört daher zu deu ungesundesten Plätzen. Von Mvmbas oder Mombassa und Pangani gehen Karawanen in das Kilima-Ndjaro- Gebiet und zum Viktoria Nyansa und Tanganjika, um Elfenbeiu und Sklaven zu holen. Die Stärke der Handelskarawanen ist sehr ver­schieden; kleinere zählen 1020, größere bis 500 ja 1000 Mann. An gefährlichen Orten machen die Karawanen Halt, warten, bis sich daselbst mehrere gesammelt haben, um dann vereint einem etwaigen Feinde wirksam entgegentreten zu können.

Jas Wiluland.

Das Witnland liegt nördlich von der Mündung des Tana und gehört der deutschen Witu-Gesellschaft. Es wurde am 8. April 1885 durch die Gebrüder Denhardt von dem Sultan Achmed von Witu erworben und umfaßt ein Gebiet von 1376 gkm (25 Meilen).*)

*) Ist also größer als das Fürstentum Waldeck, das 1121 ginn (20 Meilen) zählt. Am 27. Mai 1885 wurde das Gebiet unter den Schutz des. Deutschen Reiches gestellt.