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Die deutschen Kolonieen : Beschreibung von Land und Leuten unserer auswärtigen Besitzungen / von Carl Hessler nach den neuesten und besten Quellen bearb.
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nächste Umgebung dieses Ortes wenig Produkte liefert, so ist derselbe doch insofern von großer Bedeutung, als von hier aus die Karawanen in das Innere Afrikas, besonders nach Udschidschi am Tanganjika-See, führen, nm von hier dann, reich mit Produkten, namentlich Elfen­bein, beladen, wieder zurückzukehren. Weiter folgen 4. Saadani, 5. Pangani, 6. Tangata, 7. Wanga, 8. Gasi, 9. Mombosa, 10. Gandu, 11. Malindi, 12. Kismaju, 13. Makdischu, 14. Marsch eich.

Karawanen in Ostafrika. Fast das einzige Transportmittel in Ostafrika sind die Eingeborenen. Sämtliche Waren werden von der Küste in das Innere des Landes und umgekehrt nur auf den Köpfen der Neger befördert. Außer den schmalen, kaum einen Meter-

breiten, viel gewundenen Neger­

pfaden gibt es in Ostafrika keine Verkehrswege. ZurRegen- zeit, wenn alle Gewächse in der üppigsten Weise empor­schießen, bedecken sich auch diese Pfade mit hohem Grase, das zur trockenen Zeit wieder welk zusammenknickt und schließlich, wenn dieSonnenstrahlen immer brennender werden, verdorrt und versengt am Boden liegt. Während in offenen und ebenen Gegenden zuweilen mehrere Pfade neben einander her­laufen, führen sie in Wäldern gleich Tunnels unter Zweigen und Dornen hin, und nur unter den größten Mühen und Beschwerden gelingt es den Negern, mit ihren schweren Lasten auf dem Kopfe durch diese Dickichte sich hindurchzuwinden. Zerbrochene Töpfe, Hörner, Schädel von Tieren, Pfähle und andere Gegenstände dienen den Karawanen als Wegweiser auf diesen endlosen Pfaden. Da, wo mehrere Pfade sich abzweigen oder kreuzen, sind diejenigen, welche man nicht einschlagen soll, mit Zweigen und Strichen bezeichnet. Außerordentlich mühevoll sind die Wege in Usagara durch das öftere Erklimmen von steilen Bergabhängen; aber die beschwerlichsten und unangenehmsten finden sich in Uvinsa und Udschidschi östlich des

Bewaffneter Suaheli-Träger.