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Die deutschen Kolonieen : Beschreibung von Land und Leuten unserer auswärtigen Besitzungen / von Carl Hessler nach den neuesten und besten Quellen bearb.
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Einleitung

Nachdem Deutschland durch den sieg- und ruhmreichen Krieg von 1870/71 wieder fest geeint war und sich zur ersten Landmacht Europas emporgeschwungen hatte, begann es die gesunkene Seemacht wieder zu heben und zu fördern. Mit Stolz kaun Deutschland jetzt auf seine Flotte schauen, nimmt sie doch zur Zeit bereits eine der ersten Stellen unter den Kriegsflotten ein.

Auch der lang gehegte Wunsch nach Kolonnen hat in unsern Tagen seine Erfüllung gefunden. Schon der Große Kurfürst, der seine Jugend in den Niederlanden verlebt und dort die Bedeutung der Seemacht für die Blüte und Machtstellung einer Nation kennen gelernt hatte, strebte danach, sich eine solche zu schaffen. Die kleine, mit Hilfe holländischer Schiffsbaumeister gebildete Flotte leistete ihm im Kampfe gegen die Schweden und Spanier wichtige Dienste; sie gab ihm auch Gelegenheit, an dem Handel nach Afrika teilzunehmen. Mit zwei Schiffen langten die Brandenburger glücklich in Afrika au undunter dem Donner der Kanonen und dem Schalle der Trompeten" wurde gelandet. Der Kapitän Blonk schloß mit drei Negerhäuptlingen an der Goldküste einen Vertrag ab und erbaute auf dem Berge Mamfro die Feste Groß-Friedrichsburg. Den ersten Ehrengruß erhielt die brandenburgische Kolonie von einem englischen Schiffe, welches im. Hafen vor Anker ging. Die aufblühende Kolonie erregte bald den Neid der Holländer; es gelang ihnen, unter den benachbarten Neger- stämmen einen Aufruhr anzuzetteln, der jedoch durch einen energischen Angriff bald wieder gedämpft wurde. Groß-Friedrichsburg blieb nicht die einzige Kolonie; auch noch an verschiedenen anderen Orten gründeten die Brandenburger Niederlassungen. Die wachsende Eifersucht der Holländer suchte die Bestrebungen des Kurfürsten in Afrika auf jegliche

Die deutschen Kolonieen. 1