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Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
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Ant. Collin.

Minuten in der Flüssigkeit verweilt haben, giesse man die leztere ab und spüle die Thiere in destillirtem Wasser je nach Grösse mehrere Stunden unter öfterem Wechsel des Wassers aus. Man bediene sich bei Sublimatbehandlung nur hölzerner oder gläserner Instrumente und Gefässe (nicht metallener). Nach der Aus­waschung kommen die Thiere erst in 50° Alkohol, dann bald darauf in stärkeren, 70 0 bis 80 0 Alkohol, welcher später öfter gewechselt werden muss.

Falls man Sublimat nicht zur Verfügung hat, konservire man die eben genannten Würmer ebenso wie Blutegel, Regenwürmer und andere grössere Würmer mit Alkohol, und zwar setze man sie zunächst in 50° Alkohol; nachdem sie darin etwa eine Stunde gelegen, muss der Alkohol durch neuen, stärkeren ersetzt werden. So steigert man den Alkoholgehalt unter stetem Wechsel in etwa zwei Tagen bis auf 8o°. Während der späteren Aufbewahrung der Würmer muss der Alkohol von Zeit zu Zeit noch immer gewechselt werden und namentlich auch vor der endgiltigen Verpackung noch erneuert werden. Dieses ist nicht dringend genug zu empfehlen, da oft werthvolles Material wegen ungenügender Stärke des Alkohols durch Maceration während des Transportes zu Grunde geht.

Zur Verpackung eignen sich am besten lange Röhrengläser mit Kork­verschluss oder geräumige Gläser mit Glasstöpsel, welche im letzteren Falle mit Schweinsblase zugebunden werden müssen. Man versäume niemals, jedem Thier einen mit Bleifeder geschriebenen Zettel mit dem Fundort und Datum und etwaigen weiteren Angaben beizulegen. Es empfiehlt sich, Würmer niemals mit harten Gegenständen, etwa stachligen harten Insekten oder Schneckenschalen zusammen in einem Glas zu versenden, sondern dieselben stets gesondert zu verpacken. Sollen in einem Glase der Raumersparniss wegen mehrere Arten Würmer mit verschiedenen Herkunftszetteln versandt werden, so sind die ver­schiedenen Sorten nach Beilegung ihrer Etikette durch festes Einstecken von Watte voneinander zu trennen, damit sich die Etiketten beim Transport nicht durch das Rütteln verschieben können. Es ist ferner darauf zu achten, dass bei Korkgläsern der geschriebene Begleitzettel nicht zwischen den Kork und die Glaswand eingeklemmt wird, oder sogar wenn möglich, gar nicht mit dem Korkstöpsel in Berührung kommt, denn nur zu oft werden durch das Abfärben des Korkes die Zettel ganz unleserlich.

Verzeichniss der benutzten Litteratur.

1. Stuhlmann, Fr. Vorläuf. Bericht über eine mit Unterstützung der Kgl. Akad. d. Wiss. unternommene Reise nach Ost-Afrika zur Untersuchung der Süsswasserfauna. Sitzb. Kgl. Akad. Wiss. Berlin, math.-nat. KL, 1888 (No. XLIX), p. 12551269.

2. Stuhlmann, Fr. Zweiter Bericht über eine mit Unterstützung der Kgl. Akad. der Wiss. nach Ost-Afrika unternommene Reise. Sitzb. Kgl. Akad. Wiss. Berlin, math.-nat. KL, 1889 (No. XXXII), p. 645660.

3. Stuhlmann, Fr. Beiträge zur Fauna centralafrikanischer Seen. Zool.

Jahrbüch., Syst. Abth., V (Heft 5), p. 924926. 1891.

4. Ridgway, R. A Nomenclaturc of Colors for Naturalists etc. Boston, 8°, 1886, 129 pp., 17 plates.

5. Ehrenberg, Ch. G. Dielnfusionsthierchen als vollkommene Organismen. Leipzig, Folio; 2 Bände (Text und Atlas). 1838.