Rotatorien, Gastrotrichen und Entozoen.
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Für Laien, welche Lust und Gelegenheit zum Sammeln haben, sind vielleicht einige kurze Notizen nicht ganz unerwünscht, welche hier am Schlüsse noch Platz finden mögen:
lieber das Einsammeln, die Konservirung und Versendung von Land- und Süsswasserwürmern.
I. Aufenthaltsorte und Fang der Würmer.
1. Blutegel. Sie leben in Bächen und Teichen, in der tropischen und den gemässigten Zonen zuweilen auch auf dem Lande in feuchtem Laub, unter modernden Blättern und Holz; oft sitzen sie als Schmarotzer an der Haut und an den Kiemen von Fischen oder in den Schalen und Kiemen von Muscheln und
, Schnecken.
2. Regenwiirmer, vergl. den betreffenden Abschnitt von Michaelsen in diesem Werke.
3. Landplanarien. Langgestreckte Würmer, oft von schöner und auffallender Farbe, bis 20 cm lang, sind besonders in der heissen Zone weit verbreitet. Sie leben an feuchten Stellen der Urwälder, unter abgefallenem Laub und moderndem Holz, auch auf Sträuchern an der Unterseite der Blätter, in Bliithen und an Pilzen. Sie verlassen besonders Nachts ihre Schlupfwinkel. Sie müssen vorsichtig behandelt werden, da sie sehr empfindlich sind und leicht in Stücke zerbrechen.
4. Kleine Würmer des Süsswassers. Man entnimmt einem Teich, Bach oder Sumpf eine Schlammprobe mit Algen, Blättern und faulen Holzstücken und bringt sie in eine Schüssel oder Glasschale. Nach einiger Zeit kommen dunkle Süsswasserplanarien, hell oder rosa gefärbte kleine Borstenwürmer und andere Thiere zum Vorschein. Wenn man die Glasschale auf eine weisse oder schwarze Unterlage stellt, werden die kleinen dunkeln oder hellen Thiere besser sichtbar. Auch der Bodensatz ist nach Würmern zu durchsuchen, welche dort leben und nur bei ruhigem Wasser ihren Körper theilweise aus dem Schlamm herausstrecken.
5. Eingeweidewürmer. Es ist eine genaue Angabe erforderlich, in welchem Thier und in welchem Organ desselben die Würmer gefunden sind. Bandwürmer müssen besonders vorsichtig herausgenommen werden, damit der oft sehr kleine, an der Darmschleimhaut festsitzende Kopf nicht abgerissen wird. Eingeweidewürmer (also Spul- und Fadenwürmer, Blasenwürmer, Bandwürmer und Saugwürmer etc.) können sich bei allen Thieren und in allen Organen finden. Zu achten wäre namentlich auch auf menschliche Eingeweidewürmer.
II. Konservirung und Versendung.
Falls es angeht, fertige man vor der Abtödtung namentlich von schön und auffallend gefärbten Würmern eine farbige Skizze an oder gebe wenigstens eine Notiz über die Färbung des lebenden Thieres, da die Farben später im Spiritus meist verschwinden. — Die Landplanarien, kleine Süsswasserturbellarien und kleine Borstenwürmer bedürfen der Konservirung mit dem sehr giftigen Sublimat, wenn sie für die spätere Untersuchung geeignet sein sollen. Man setze die Thiere in eine Glasschale mit sehr wenig Wasser, in welcher sie bald zu kriechen beginnen; sobald sie vollständig ausgestreckt sind, übergiesse man sie schnell mit kochender konzentrirter wässriger Sublimatlösung oder mit einer Mischung von Sublimatlösung und 50° Alkohol zu gleichen Theilen. Nachdem die Thiere wenige