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Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
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Rhizopoda.

II

35 . Pseudodifflugia gracilis Schlumb.

In beiden Schlammproben fanden sich zahlreiche, auch gut konservirte Exemplare dieser zierlichen Form.

Fundnotiz: i. Ostafrika (ohne nähere Fundortsangabe).

2. Bachbett bei Bibisande.

36. Diplophrys archeri Bask.

In Alkohol hatten sich bei einzelnen Individuen sogar die Pseudopodien gut erhalten, der charakteristische grosse Oeltropfen war natürlich gelöst; statt dessen befand sich neben dem Kern eine grosse Vacuole.

Fundnotiz: Ostafrika.

Heliozoa.

Aus dieser Gruppe sind bisher überhaupt noch keine Vertreter von Afrika bekannt geworden; ich habe auch nur zwei Arten gefunden, die beide neu sind.

37. Acanthocystis simplex n. sp.

(Fig. 8.)

Diese winzige Art trat in grossen Mengen in der Infusion aus Bibisande aui. Sie ist für das Studium der Kern- und Fortpflanzungsverhältnisse besonders günstig, weil man diese Dinge schon am lebenden Thier mit den stärksten Vergrösserungen studiren kann. (Näheres hierüber wird a. O. mitgetheilt werden.)

Der nahezu kugelige Weichkörper wird von einer dünnen, gallertigen Hülle umgeben (cf. Fig. 8), welcher die radiären Stacheln aufsitzen. Diese Stacheln sind gerade, dünn und endigen spitz. Sie besitzen ein eigenthümliches rauhes, gekörneltes Aussehen, d. h. ihre Oberfläche ist nicht glatt, sondern mit unregel­mässigen Höckerchen besetzt. Ein basales I'ussplättchen lässt sich mit den stärksten Vergrösserungen nicht an ihnen entdecken, auch nicht an isolirten; ihre Länge ist ungefähr gleich dem Durchmesser des Weichkörpers. Es ist nur diese eine Sorte von Skelettelementen vorhanden. Die einzige bekannte Species, die in dieser Hinsicht mit unserer Form Aehnlichkeit hat, ist A. italica Gruber; doch sind die Stacheln dieser marinen Species dicker und besitzt die­selbe viele Kerne.

Bei A. simplex lässt sich ein centrales, feinkörniges Entoplasma deutlich von einem grobkörnigen, Nahrungskörper enthaltenden Ectoplasma unter­scheiden. In der Mitte des ersteren liegt ein deutliches Centralkorn, von welchem die Pseudopodienachsenfäden allseitig ausstrahlen. Der in der Einzahl vorhandene Kern liegt wie bei den übrigen Acanthocyotiden zwar auch noch im Entoplasma, aber sehr excentrisch. Er besitzt bläschenförmigen Bau. Die Pseudopodien strahlen in geringer Anzahl allseitig vom Körper aus; sie sind sehr feinkörnig und können eine Länge erreichen, die den Durchmesser des Weichkörpers um das Doppelte übertrifft.

Durchmesser 0,0150,022 mm.

Fundnotiz: Infusion aus Bibisande.