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Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
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Die nachfolgenden Blätter behandeln das von Dr. Stuhlmann in Ost­afrika gesammelte Turbellarien-Material, welches mir von Herrn Geheimrath Möbius gütigst behufs Bearbeitung zur Verfügung gestellt wurde.

Das Material ist ein sehr spärliches, Stuhlmann*) selbst hat verschiedent- liche Male auf den auffallenden Mangel an Turbellarien, besonders dendrocoelen, in Ostafrika hingewiesen.

Erheblich erschwert wurde die Bearbeitung durch den Umstand, dass mir in mehreren Fällen nur Skizzen und kurze Notizen vorlagen, dass ferner der Erhaltungszustand des Materials selbst ein recht ungünstiger zu nennen war und keine nähere Bestimmung gestattete.

Von den rhabdocoelen Turbellarien ist die Familie der Microstomidae durch 3 (6?) Stenostoma-Arten vertreten, die Probosciden werden durch Gyrator hermaphroditus, die Vorticiden durch eine Vortex-Species repräsentirt. Dendro- coele Turbellarien des süssen Wassers (Tricladen) liegen mir in zwei dem Genus Planaria zugehörigen Arten vor.

I. Rhabdoeoelidea.

Familie: Microstomidae. Genus: Stenostoma.

Stenostoma lencops O. Schm. Fig. i.

Auf diese weit verbreitete Art beziehe ich eine Skizze von der Hand Stuhlmann's, welche von einigen kurzen Bemerkungen begleitet ist.

Diesen Mittheilungen zufolge gelangten nur Ketten von 23 mm Länge zur Beobachtung, welche von 24 Zooiden gebildet wurden. Die Farbe der Tbiere war wie gewöhnlich milchweiss, der Darm, welcher Infusorien, winzige Daphniden und Algen enthielt, zeigte ein bräunliches Kolorit. Gestaltlich, besonders hinsichtlich der Kopflappenbildung, stimmt die Abbildung Stuhl- mann's (Fig. 1) gut mit den Beschreibungen und Zeichnungen der verschiedenen Autoren, welche sich mit Stenostoma leueops beschäftigt haben, überein. Nur das Hinterende erscheint auffallend stark verschmälert und zugespitzt, doch möchte ich hierauf um so weniger Gewicht legen, als auch die bildlichen Dar-

*) Litteratur-Verz.: No. 1, p. 1262, 1268; No. 2, p. 652; No. 3, p. 349.