Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Die Blutegel, welche dieser Arbeit zu Grunde liegen, wurden in Deutsch- Ost-Afrika von Dr. F. Stuhlmann und J. M. Hildebrandt gesammelt. Dank der Liberalität des Herrn Geheimrath Möbius war ich in der glücklichen Lage, diese Arbeit ausführen zu können.

Die vier untersuchten Arten sind neu; sie gehören vier Gattungen an, von denen zwei ebenfalls neu sind.

I. Glossosiphonidae.

Die Diagnose dieser Familie bleibt im Ganzen bestehen, wie ich sie früher beschrieben habe,*) aber mit folgender Veränderung:

»Os labio anterior! capulae aut centro capulae hians.«

Diese Verbesserung wird bei der Beschreibung der neuen Gattung Helo- bdella ihre Erklärung finden.

Glossosiphonia Stuhlmanni, nova species.

Stuhlmann fand zwei Exemplare in einem Tümpel eines Bananenwaldes bei Kasja (Karague) am 5. April 1891. Das grösste ist 11 mm lang und 1,5 mm breit (Fig. 1).

Körper röthlichgelb, mit Andeutung eines gelblichen Streifens auf der Seite, aus 65 Ringen bestehend, ausser dem Ringe, welcher vor dem ersten Paare der Augen liegt.

Die beiden ersten Augen sind dreieckig und gut sichtbar; diejenigen des zweiten Paares, welche auf dem 4. Ringe liegen, sind rundlich und kleiner. Am äusseren Rande des 7. Ringes bemerkt man jederseits einen breiten schwarzen Fleck, welcher sowohl auf der unteren als auch auf der oberen Fläche sich verbreitet und wahrscheinlich als eine Verschmelzung mehrerer kleineren Augen zu betrachten ist. Der After befindet sich dicht an dem hinteren Saugnapfe.

Der vordere Saugnapf (capula) ist beinahe so breit wie hoch. Der Mund öffnet sich ganz deutlich in seiner Mitte. Die hintere Lippe des Saug­napfes wird vom 7. Ringe gebildet. Der hintere Saugnapf (cotyla) ist schalen­förmig, mit einer engen Vertiefung im Centrum.

*) R. Blanchard, Hirudinees de 1'It'aÜe continentale et insulaire. Bollettino dei Musei di zoologia ed anatomia comparata, IX., No. 192, 1894; cf. p. 23.